11 February 2026, 21:19

21 Jahre Duldung: Wie ein bosnischer Mann trotz Abschiebebeschluss Sozialleistungen erhält

Eine rote Briefmarke aus dem Jahr 1938 mit der Aufschrift "Bosnien Herzegowina" und einer Illustration von Bergen und einem Fluss in mint never hinged (MNH) Zustand.

21 Jahre Duldung: Wie ein bosnischer Mann trotz Abschiebebeschluss Sozialleistungen erhält

Ein bosnischer Mann, der in Köln lebt, bezieht seit Jahren staatliche Leistungen – trotz eines langjährigen Abschiebebeschlusses. Huso B. kam 2003 nach Deutschland, doch nach der Ablehnung seines Asylantrags wurde ihm die Ausreise auferlegt. 21 Jahre später lebt er weiterhin mit seiner großen Familie im Land und erhält monatliche Zahlungen.

Der Fall sorgt für Aufsehen, nachdem Berichte über seine Vorstrafen und einen jüngsten Betrugsversuch bekannt wurden. Die Stadtverwaltung hat eine Überprüfung eingeleitet, wie mit solchen Fällen umgegangen wird.

Huso B. reiste 2003 aus Bosnien-Herzegowina ein und beantragte Asyl. Sein Antrag wurde abgelehnt, da das Land als sicheres Herkunftsland eingestuft wird. Statt auszureisen, blieb er und gründete eine familie – mittlerweile mit acht minderjährigen Kindern.

Nach deutschem Recht blockierte das Geburtsrecht seiner Kinder wiederholt seine Abschiebung. Seit 19 Jahren lebt er mit einer Duldung – einer vorübergehenden Aussetzung der Abschiebung. In dieser Zeit erhielt er monatlich 7.250,77 Euro an Sozialleistungen für seinen Zehn-Personen-Haushalt.

Seine kriminelle Vergangenheit reicht mindestens bis 2010 zurück. Polizeiliche Unterlagen zeigen mehrere Betrugsverurteilungen, darunter ein jüngster Versuch, eine Drogeriekette mit Geschenkkarten zu betrügen. Dennoch bleibt seine Abschiebung aufgrund von Familien- und Kindeswohlgründen ausgesetzt.

Der Fall veranlasste Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker, eine interne Prüfung anzuordnen, wie die Stadt mit ähnlichen Fällen umgeht. Aktuell bearbeitet das örtliche Ausländeramt 1.080 anhängige Abschiebe- oder freiwillige Ausreiseverfahren. Allein 2025 wurden 245 Personen abgeschoben, davon 130 mit Vorstrafen.

Vor der Verlängerung einer Duldung prüfen die Behörden Faktoren wie den Familienschutz und das Kindeswohl. Kritiker hinterfragen jedoch, ob langfristige Leistungszahlungen an Personen mit wiederkehrenden rechtlichen Problemen fortgesetzt werden sollten.

Huso B. bleibt vorerst unter vorübergehendem Schutz in Deutschland, während seine Abschiebung weiter ausgesetzt ist. Seine familie erhält weiterhin staatliche Unterstützung, und sein Fall hat eine genauere Prüfung ausgelöst, wie Köln mit langjährigen Duldung-Inhabern umgeht. Die Überprüfung der Stadt könnte zu Änderungen führen, wie Leistungen und Abschieberegeln in ähnlichen Fällen angewendet werden.