250-Kilo-Fliegerbombe in Ratingen entschärft – 2.300 Anwohner evakuiert
Ignaz Kreusel250-Kilo-Fliegerbombe in Ratingen entschärft – 2.300 Anwohner evakuiert
Amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Ratingen entschärft
Eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am späten Montagabend in Ratingen erfolgreich entschärft. Für die Operation mussten rund 2.300 Anlieger evakuiert werden, was den Innenstadtbereich stundenlang lahmlegte. Einsatzkräfte arbeiteten die ganze Nacht, um das Gebiet zu räumen und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.
Die Entdeckung der Blindgäser löste sofortige Maßnahmen aus: Straßen im Zentrum, darunter Abschnitte des Hauser Rings sowie Zufahrten zur Sperrzone, wurden gesperrt. Etwa 70 Prozent der Fußgängerzone mussten vorzeitig schließen, viele Geschäfte beendeten ihren Betrieb früher als geplant.
Die Evakuierung verzögerte sich aufgrund logistischer Herausforderungen, insbesondere weil Bewohnern aus zwei Seniorenheimen umgesiedelt werden mussten. Als alle in Sicherheit gebracht waren, hatten sich etwa 400 Menschen im Rathaus versammelt, wo sie auf Neuigkeiten warteten. Einige ältere Personen brachen unter der Belastung zusammen, wurden aber vor Ort medizinisch versorgt. Die Entschärfung leitete Marco Overath, Leiter des Krisenstabs und der öffentlichen Ordnung in Ratingen. Nach der erfolgreichen Neutralisierung der Bombe durften die Heimbewohner gegen 1.30 Uhr in ihre Zimmer zurückkehren. Das Frühstück wurde am nächsten Morgen verspätet serviert, um die nächtlichen Störungen auszugleichen. Für manche, wie die 88-jährige Siegrid Dömke, weckte der Vorfall schmerzhafte Kriegsinnerungen – ein eindringlicher Beweis dafür, wie sehr die Vergangenheit auch Jahrzehnte nach Kriegsende nachwirkt.
Mit der gelungenen Entschärfung kehrte in Ratingen bis zum frühen Dienstagmorgen die Normalität zurück: Läden öffneten wieder, Straßen wurden freigegeben, und die evakuierten Anlieger konnten in ihren Alltag zurückfinden. Die Behörden bestätigten, dass von dem Fundort keine weitere Gefahr mehr ausgehe.