02 February 2026, 22:57

70.000 Euro Steuernachforderung erschüttert pensionierten Apotheker

Ein alter Beleg mit einem gelben Haftzettel darauf, auf dem Text zu sehen ist, der wie eine Rechnung von C.F. Asal Kurschner aussieht.

70.000 Euro Steuernachforderung erschüttert pensionierten Apotheker

Ein pensionierter Professor, Dr. Frank Leimkugel, sieht sich mit einer Steuernachforderung in Höhe von 70.000 Euro konfrontiert, nachdem eine Prüfung fehlende Unterlagen für Rezeptabrechnungen aufdeckte, die über eine "Testrezept"-Funktion abgewickelt wurden. Das Finanzamt geht davon aus, dass die strittige Summe sogar auf bis zu 200.000 Euro anwachsen könnte – eine schwere finanzielle Belastung, die bei ihm zudem ein Gefühl der Ungerechtigkeit hinterlässt.

Im Mittelpunkt der Steuerprüfung standen die Apothekenaktivitäten von Dr. Leimkugel, insbesondere die über die "Testrezept"-Funktion seiner Software abgewickelten Rezeptbelege. Die Prüfer stießen auf Lücken in der Dokumentation, was zu einer Nachversteuerung von 70.000 Euro führte. Der Professor wirft den Steuerbeamten vor, eher an der Generierung von Einnahmen als an einer fairen Klärung des Sachverhalts interessiert gewesen zu sein.

Der Softwareanbieter Pharmatechnik betont, dass die "Testrezept"-Funktion ausschließlich für Drucktests vorgesehen sei und nicht für tatsächliche Verkäufe genutzt werden dürfe. Zudem bestätigte das Unternehmen, dass die Nutzung der Funktion gemäß den Vorschriften zur digitalen Aufzeichnung protokolliert werde. Ungeklärt blieb jedoch, ob die fehlenden Unterlagen auf Missbrauch oder schlichtes Versäumnis zurückzuführen sind.

Ein weiterer Vorfall in der Apotheke belastet Dr. Leimkugel zusätzlich: Eine ehemalige Mitarbeiterin hatte während der Mittagspausen die Kasse manipuliert und auf diese Weise rund 45.000 Euro gestohlen. Dies verschärfte seine finanzielle Notlage, die durch den Steuerstreit noch weiter zugespitzt wurde.

Sein Steuerberater rät ihm, die Forderung anzuerkennen, um langwierige Rechtsstreitigkeiten und weitere Kosten zu vermeiden. Gleichzeitig empfehlen Experten Apotheken, E-Rezepte korrekt zu dokumentieren – sei es über die elektronische Gesundheitskarte, Apps oder ausgedruckte Codes –, um ähnliche Risiken bei Prüfungen zu vermeiden.

Der Fall hinterlässt bei Dr. Leimkugel nicht nur eine hohe Steuerschuld, sondern schmälert auch seine Rentenbezüge. Zwar betont der Softwarehersteller, dass die "Testrezept"-Funktion nie für Verkäufe gedacht war, doch das Prüfergebnis zwingt ihn nun, über einen Vergleich nachzudenken. Die weiteren Auswirkungen des Falls unterstreichen, wie wichtig lückenlose Dokumentation in Apothekensoftware ist, um finanzielle und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.