12 June 2026, 12:22

Apothekerkammer stoppt Telemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung

Deutsche Apotheken-Beamte verbieten Arzt-Counter in Apotheke

Apothekerkammer stoppt Telemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung

Die Apothekerkammer der Region hat die Aufstellung einer Telemedizin-Kabine des Anbieters Medivise in der Franziskus-Apotheke in Winterberg gestoppt. Die Entscheidung fiel nur einen Tag vor der geplanten Wiedereröffnung der Apotheke. Apothekeninhaber Jürgen Schäfer hatte die Kabine für Dienstleistungen wie Folgeverordnungen und Kundenberatungen nutzen wollen.

Die Apothekerkammer begründete das Verbot damit, dass eine Arztkabine innerhalb einer Apotheke gegen gesetzliche Vorschriften verstoße. Man befürchte, dies könnte zu unzulässigen Patientenzuweisungen führen. Als Alternative schlugen die Behörden vor, die Kabine außerhalb der Apotheke aufzustellen – ein Vorschlag, den Schäfer jedoch ablehnte.

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Medivise betont hingegen, dass seine Kabine allen rechtlichen Anforderungen entspreche und sieht keine juristischen Hürden. Das Unternehmen statte bereits andere Apotheken mit ähnlichen Systemen aus, ohne dass es bisher regulatorische Beanstandungen gegeben habe. Zudem sei Telemedizin in Apotheken gemäß § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs V grundsätzlich erlaubt.

Allerdings ist die Rahmenvereinbarung zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und der Bundesapothekerkammer für solche Dienstleistungen noch nicht geklärt. Schäfer, der die Apothekenleitung Ende des Jahres an Jasmin Ennulath übergeben will, ist überzeugt, dass die Kabine den Arbeitsalltag deutlich verbessern würde.

Durch das Verbot kann die Apotheke den Telemedizin-Service vorerst nicht einführen. Der Streitfall zeigt die noch ungelösten Konflikte zwischen Aufsichtsbehörden, Krankenkassen und Apothekern bei der Integration von Telemedizin auf. Die Apotheke muss nun auf weitere Klärungen warten, bevor sie das Vorhaben umsetzen kann.

Quelle