Artenschutz versagt: Klage gegen Amprion wegen bedrohten Kröten und Amphibien in Osterath
Gordon AdlerArtenschutz versagt: Klage gegen Amprion wegen bedrohten Kröten und Amphibien in Osterath
Die Aktionsgruppe Meerbusch hat schwere Vorwürfe gegen die Bauarbeiten des Netzbetreibers Amprion in Osterath erhoben und versagtem Schutz bedrohter Amphibienarten vorgeworfen. Seit 2023 dokumentiert die Gruppe Lücken in Schutzumzäunungen sowie fehlende Ersatzlaichgewässer für Arten wie die Kreuzkröte und den Kammmolch. Nun geht sie rechtlich gegen die Verantwortlichen vor, um Konsequenzen zu erzwingen.
Die Untersuchungen der Gruppe begannen Mitte 2023 mit Fokus auf die Einhaltung artenschutzrechtlicher Vorgaben durch Amprion. Fotos aus dem Zeitraum Juni 2023 bis November 2025 belegen anhaltende Mängel am Amphibien- und Reptilienschutzzaun. Obwohl das Unternehmen angab, die Barriere sei bereits bis März 2023 fertiggestellt gewesen, fand die Gruppe sie bis vor kurzem unvollendet vor. Zudem blieben Zugangstore nachts geöffnet – mit der Folge, dass Amphibien auf die Baustelle gelangen konnten.
Auf dem Ausgleichsgebiet von Amprion im Süden Osteraths entstanden keine neuen Mulden oder Senken als Laichplätze für die Kreuzkröte. Behörden und Unternehmen bestätigten, dass auf dem Gelände "Im Siep" keine Renaturierungsmaßnahmen für den zerstörten Lebensraum geplant sind. Dokumenten zufolge genehmigte oder schuf die Untere Naturschutzbehörde seit 2023 zudem keine temporären Gewässer als Ersatz für die Laichplätze des Kammmolchs.
Die Versuche der Gruppe, von Amprion und der Behörde Auskunft zu erhalten, blieben weitgehend ergebnislos. Ein kostenpflichtiger Antrag nach dem Umweltinformationsgesetz ergab ein stark geschwärztes Dokument – von acht Seiten waren siebenhalb unleserlich gemacht, inklusive aller Fotos. Angesichts der mangelnden Transparenz hat die Aktionsgruppe nun eine Fachanwältin für Umweltrecht beauftragt, um offiziell gegen das Vorgehen der Behörde im Artenschutz vorzugehen.
Die Kreuzkröte zählt zu den am stärksten bedrohten Amphibien Mitteleuropas, doch akute Maßnahmen zur Wiederherstellung ihres verlorenen Lebensraums sind nicht vorgesehen. Mit wachsendem juristischem Druck fordert die Aktionsgruppe Meerbusch weiterhin konkrete Schritte zum Schutz der durch die Osterather Bauarbeiten betroffenen Arten. Das Ergebnis ihres formellen Antrags könnte entscheiden, ob weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die Missstände zu beheben.






