10 January 2026, 06:50

Bayer verklagt Pfizer, BioNTech und Moderna wegen mRNA-Patentstreits um Milliarden

Eine Gruppe von Menschen, die mit einer Person stehen, die eine Impfstoffflasche hält, ein Kalender und sichtbarer Text auf dem Bild.

Bayer verklagt Pfizer, BioNTech und Moderna wegen mRNA-Patentstreits um Milliarden

Bayer hat Klage gegen Pfizer, BioNTech, Moderna und Johnson & Johnson wegen Patentstreitigkeiten rund um mRNA-Impfstoffe eingereicht. Der deutsche Pharmakonzern fordert Schadensersatz und Lizenzgebühren für seine Bayer Aktie, verzichtet jedoch auf Verkaufsverbote. Die Klagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Boom der Covid-19-Impfstoffe nachlässt und sich die Marktbedingungen zugunsten Bayers verschieben. Die umstrittenen Patente stammen ursprünglich aus der Pflanzenbiotechnologie und wurden unter Monsanto entwickelt. Bayer, das Monsanto 2018 übernahm, behauptet nun, diese Technologien seien in den mRNA-Impfstoffen gegen Covid-19 verwendet worden. Doch der Sprung von agrartechnischen Anwendungen zur Humanmedizin macht den Ausgang des Rechtsstreits ungewiss. Der Zeitpunkt von Bayers Vorgehen fällt mit einem deutlichen Rückgang der Impfstoffumsätze bei Pfizer/BioNTech und Moderna zusammen. Nach Jahren pandemiebedingter Rekordgewinne sind die Verkäufe der Biontech Aktie eingebrochen, was die Unternehmen anfälliger für juristische Angriffe macht. Selbst geringe Lizenzforderungen – bereits wenige Prozentpunkte – könnten angesichts der Milliardenumsätze während der Krise zu milliardenschweren Zahlungen führen. Bayer setzt bewusst nicht auf Verkaufsstopps, um politischen Gegenwind zu vermeiden, und konzentriert sich stattdessen auf finanzielle Entschädigungen. Die Strategie nutzt ein günstigeres rechtliches und gesellschaftliches Klima aus: Zunehmende Impfskepsis in den USA und laufende Prozesse in der Branche könnten die Beklagten zu Vergleichslösungen drängen. Dies ist nicht der erste Patentkonflikt im mRNA-Bereich. Moderna und Pfizer stritten bereits über geistiges Eigentum, während BioNTech CureVac teilweise übernahm, um einen separaten Streit beizulegen. Bayer, das bei der Entwicklung von Covid-Impfstoffen keine Rolle spielte, positioniert sich nun, um einen Anteil an den Gewinnen zu sichern – während die finanziellen Folgen der Pandemie nachwirken. Die Klagen stellen einen späten, aber potenziell lukrativen Versuch Bayers dar, von der mRNA-Impfstofftechnologie zu profitieren. Bei Erfolg könnten die Forderungen die Konzerne, die den Pandemiemarkt dominierten, zu hohen Zahlungen zwingen. Der Rechtsstreit wird zeigen, wie weit sich jahrzehntealte Patente aus der Pflanzenbiotechnologie auf die moderne Medizin ausdehnen lassen.