Bergisch Gladbach fehlen über 100 Kita-Plätze – Eltern drohen mit Klagen
Gordon AdlerBergisch Gladbach fehlen über 100 Kita-Plätze – Eltern drohen mit Klagen
Bergisch Gladbach kämpft mit wachsendem Mangel an Kita-Plätzen
Trotz sinkender Geburtenraten stehen in Bergisch Gladbach in diesem Jahr weniger Betreuungsplätze für Kleinkinder zur Verfügung als noch im Vorjahr. Die Stadtverwaltung warnt, dass Eltern wegen der unzureichenden Versorgung ihrer Kinder rechtliche Schritte einleiten könnten.
Für das vergangene Kindergartenjahr waren 4.266 Plätze vorgesehen – für das kommende Jahr sank diese Zahl auf 4.221. Bauverzögerungen und Qualitätsverbesserungen in einigen Einrichtungen haben die Erweiterung der Kapazitäten gebremst.
Besonders betroffen sind die jüngsten Kinder: Für unter Zweijährige fehlen 116 Plätze. Im U3-Bereich (Kinder unter drei Jahren) mangelt es insgesamt an 100 Plätzen. Einziger Lichtblick ist die Altersgruppe der Zwei- bis Dreijährigen, für die 116 zusätzliche Plätze zur Verfügung stehen.
Um die Situation zu entlasten, haben Träger zugestimmt, 65 Kita-Gruppen vorübergehend zu überbelegen. Diese Notlösung ermöglicht es, mehr Kinder aufzunehmen – belastet jedoch die personellen und räumlichen Ressourcen. Die Tagespflege hingegen deckt die aktuelle Nachfrage weiterhin ausreichend ab.
Die Stadt räumt ein, dass die Lage kritisch ist. Angesichts der gesunkenen Kapazitäten und weiterhin hoher Nachfrage rechnet man mit Klagen von Familien, die keinen Betreuungsplatz für ihr Kind erhalten.
Der Rückgang der Plätze fällt in eine Phase, in der Bergisch Gladbach ohnehin mit dem Ausbau der Einrichtungen hadert. Zwar hat der Geburtenrückgang die Nachfrage leicht verringert, doch Bauverzögerungen und Qualitätsstandards haben das Angebot zusätzlich verknappt. Eltern, die keine Kita-Plätze für ihre Kinder bekommen, könnten die Stadt nun verklagen.






