Berliner Tafel startet Osterhilfe: Jede Spende zählt gegen wachsende Armut
Georgine MansBerliner Tafel startet Osterhilfe: Jede Spende zählt gegen wachsende Armut
Berlins Tafel startet Osterkampagne für Bedürftige
Die Berliner Tafel hat ihre jährliche Osteraktion gestartet, um lebenswichtige Grundnahrungsmittel für Menschen in Not zu sammeln. Bis zum 4. April 2026 sind Freiwillige wie Anne, Uschi und Marianne in Supermärkten der entire Stadt im Einsatz und bitten Kund:innen, zusätzliche Produkte zu spenden. Angesichts einer fast verdoppelten Nachfrage seit der Pandemie soll die Kampagne die Lager mit Grundnahrungsmitteln wie Kaffee und Schokolade auffüllen.
Die Aktion "Noch eins drauf!" läuft in 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland, darunter der Edeka-Markt an der Karl-Marx-Straße in Neukölln. Die Ehrenamtlichen fordern die Kundschaft auf, ein weiteres Produkt – etwa eine Tüte Reis oder ein Glas Marmelade – mitzunehmen und an der Kasse zurückzulassen. Die 33-jährige Anne, die im KaDeWe arbeitet, engagiert sich seit Jahren jeden Donnerstag, während Uschi auf die besonderen Bedürfnisse älterer Empfänger:innen hinweist, von denen viele unter Zahnproblemen leiden und weichere Lebensmittel benötigen.
Neben Spenden ist die Tafel auf rund 1.000 Berliner Supermärkte angewiesen, die abgelaufene, aber noch genießbare Waren zur Verfügung stellen. Monatlich verteilt die Organisation 660 Tonnen Lebensmittel und 70.000 Mahlzeiten über 48 "Brot & Seele"-Ausgabestellen und 400 soziale Einrichtungen. Ein Logistikzentrum und 25 Lieferfahrzeuge sorgen für die reibungslose Verteilung in der Stadt.
Die Berliner Tafel ist Teil eines bundesweiten Netzwerks von etwa 1.000 unabhängigen Tafeln in Deutschland. Seit ihrer Gründung 1993 hat sich die Initiative zu einer der größten sozialen Bewegungen des Landes entwickelt und unterstützt über 2.000 Ausgabestellen in ganz Deutschland.
Die Osteraktion kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Inflation und steigende Lebenshaltungskosten treiben immer mehr Haushalte in die Abhängigkeit von Lebensmittelhilfen. Spenden aus Neukölln und anderen Stadtteilen füllen direkt die Regale der Tafel und sichern bedürftigen Berliner:innen nährstoffreiche Mahlzeiten. Der Erfolg der Kampagne hängt von kleinen Gesten der Großzügigkeit ab – von Kund:innen in ganz Berlin.






