18 January 2026, 06:00

Beschwerdeflut gegen Deutsche Post: 13 Prozent mehr Klagen in 2024

Ein DHL- und FedEx-Laden in Shanghai, China, mit Menschen, Kartons und Fahrzeugen davor und einem beleuchteten Gebäude im Hintergrund.

Beschwerdeflut gegen Deutsche Post: 13 Prozent mehr Klagen in 2024

Bei den Aufsichtsbehörden sind in diesem Jahr deutlich mehr Beschwerden über die deutschen Postdienste eingegangen. Allein in der ersten Jahreshälfte 2024 wurden 22.981 Beschwerden registriert – ein Anstieg von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der überwiegende Teil, nämlich 89 Prozent, richtete sich gegen die Deutsche Post und ihre DHL-Sparte.

Die Deutsche Post steht seit Langem in der Kritik, weil sie gesetzliche Vorgaben für ihr Filialnetz nicht erfüllt. Die Probleme des Konzerns bestehen bereits seit Jahren, was wiederholt zu Warnungen der Regulierungsbehörden geführt hat. Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, drohte kürzlich mit Bußgeldern, falls keine Verbesserungen erfolgen.

Müller zeigte sich zwar teilweise kompromissbereit gegenüber dem Vorschlag der deutschen Bahn, bestimmte Filialen durch automatisierte Servicekioske zu ersetzen. Allerdings besteht er darauf, dass DHL zunächst nachweisen muss, dass das Unternehmen versucht hat, in unterversorgten Regionen eine physische Präsenz aufzubauen. Unterdessen expandiert DHL weltweit weiter: Eine Tochtergesellschaft investiert 130 Millionen Euro in ein neues Logistikzentrum in Riad, Saudi-Arabien. Der Baubeginn ist für Anfang 2026 geplant. Das Land bleibt der am schnellsten wachsende Markt für DHL Supply Chain.

Der Anstieg der Beschwerden unterstreicht die anhaltenden Probleme bei der Servicequalität der deutschen Post. Die Behörden fordern das Unternehmen nun auf, die Mängel im Filialnetz zu beheben – andernfalls drohen Sanktionen. Unabhängig davon zeigt DHLs Engagement in Saudi-Arabien, wie stark der Konzern auf Wachstum in wichtigen internationalen Märkten setzt.