Beuys in der DDR: Wie eine verbotene Kunstlegende 1988 doch noch ausgestellt wurde
Dragan ZimmerBeuys in der DDR: Wie eine verbotene Kunstlegende 1988 doch noch ausgestellt wurde
Nach Beuys – Eine Hommage
Der Werkstatt-Zyklus "After Beuys" in der Galeria Eigen+Art wurde als "Gegenmaßnahme" gegen den Versuch verstanden, Beuys vom "Ballast des erweiterten Kunstbegriffs" zu befreien.
- September 2012
Schlagwörter: Unterhaltung, Popkultur
1988 zeigte die DDR ihre erste und einzige Ausstellung mit Werken von Joseph Beuys – trotz jahrelanger offizieller Ablehnung. Die Schau mit dem Titel "Beuys vor Beuys" war von Mitte Januar bis Mitte Mai im Berliner Marstall zu sehen, bevor sie an die Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst weiterzog. Die Organisatoren vermieden sorgfältig jeden Hinweis auf den Ruf des Künstlers als gesellschaftlich engagierter Demokrat.
Die Idee zur Ausstellung stammte vom Kunsthistoriker Dieter Koepplin, der sie ursprünglich für die Dresdner Galeria Arkaden konzipiert hatte. Später verlagerten sich die Verhandlungen darauf, dass die DDR eine vom Land Nordrhein-Westfalen geplante Version übernahm. Die finale Präsentation umfasste 216 Werke aus der Sammlung van der Grinten.
Die Ausstellung von 1988 stellte eine seltene Zugeständnis der DDR-Führung dar: Sie erlaubte die Präsentation von Beuys’ frühen Arbeiten – allerdings nur unter strengen Auflagen. Es blieb die einzige offizielle Auseinandersetzung des Staates mit dem Künstler vor dessen Zusammenbruch im Jahr darauf.