Bottrop plant 54,8 Hektar neues Wohnland für bis zu 1.500 Häuser
Bottrop prüft Pläne zur Ausweitung seiner Wohngebiete, um dem wachsenden Wohnraumbedarf gerecht zu werden. Vier Flächen wurden für eine mögliche Bebauung vorselektiert und umfassen zusammen 54,8 Hektar. Der städtische Ausschuss für Stadtplanung und Umweltschutz wird die Vorschläge am 9. Dezember 2023 begutachten.
Der aktuelle Regionalplan, der 2024 verabschiedet wurde, hatte bereits den Bedarf Bottrops an zusätzlichem Wohnraum hervorgehoben – bedingt durch die steigende Nachfrage nach Einfamilienhäusern und die wachsende Zahl an Haushalten. Der Regionalverband Ruhr (RVR) schlug daraufhin vor, 19 Hektar neue Wohnbauflächen auszuweisen, um diesem Bedarf zu begegnen. Nun werden die Stadtverantwortlichen mit politischen Akteuren beraten, welche Standorte für eine offizielle Ausweisung eingereicht werden sollen.
Vier konkrete Standorte stehen zur Diskussion. Das kleinste Gebiet, ein 1,8 Hektar großes Grundstück in Kirchhellen, liegt am nordwestlichen Rand des Stadtteils und umfasst geschützte Böden, darunter Moorflächen. Ein deutlich größeres, 39 Hektar umfassendes Areal in Grafenwald befindet sich zwischen Grünflächen, Ackerland und bestehender, lockerer Bebauung und könnte Lücken in der städtischen Struktur schließen. Zwei weitere Flächen in Eigen werden geprüft: eine 6 Hektar große Fläche in der Nähe von Stenkhoffstraße und Am Limberg sowie ein 8 Hektar umfassendes Gebiet bei Körnerstraße und Am Schlangenholt.
Veränderungen in Bottrops Gewerbe- oder Industriegebieten sind nicht vorgesehen, da ehemalige Bergbauflächen bereits festgelegten Nutzungen zugeführt wurden. Die überarbeitete Fassung des Regionalplans soll bis 2027 finalisiert werden, gefolgt von einer öffentlichen Anhörung. Bei Genehmigung könnten die neuen Wohngebiete zwischen 300 und 1.500 Wohneinheiten umfassen – abhängig von der gewählten Bebauungsdichte.
Als nächsten Schritt plant die Stadt Gespräche mit politischen Vertretern, bevor Empfehlungen an den RVR übermittelt werden. Sobald der Regionalplan 2027 aktualisiert ist, erhalten Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der förmlichen Bürgerbeteiligung die Möglichkeit, ihre Position darzulegen. Das Ergebnis wird entscheiden, wie viel neuen Wohnraum Bottrop in den kommenden Jahren schaffen kann.