07 February 2026, 23:15

Breitachklamm bricht Besucherrekord – doch die Eispracht leidet unter Touristen

Ein kleiner Wasserfall in einem schneebedeckten Wald, mit Eiszapfen an den Felsen und schneebedeckten Bäumen im Hintergrund.

Breitachklamm bricht Besucherrekord – doch die Eispracht leidet unter Touristen

Breitachklamm: Naturjuwel bei Oberstdorf verzeichnet Besucherrekord – doch die Eispracht leidet

Die atemberaubende Breitachklamm bei Oberstdorf erlebt in diesem Winter einen regelrechten Ansturm. Allein im Januar 2026 erkundeten über 20.000 Menschen die faszinierenden Eisformationen im Inneren der Schlucht. Doch mit den wachsenden Besucherzahlen mehren sich die Sorgen um die empfindlichen Eiskristalle, die durch gedankenloses Verhalten beschädigt werden könnten.

Die Entstehung der Klamm reicht etwa 10.000 Jahre zurück, als der Breitachgletscher den Schrattenkalk am Engenkopf durchbrach. Seit 1905 ist das Naturwunder für die Öffentlichkeit zugänglich – eine Initiative des Tiefenbacher Pfarrers Johannes Schiebel. Heute können Besucher die Schlucht entweder von Oberstdorf-Tiefenbach oder vom Kleinwalsertal aus betreten und auf Rundwegen durch die spektakuläre Landschaft wandern. Der Eintritt kostet 9 Euro für Erwachsene und 2,50 Euro für Kinder.

Ein jüngster Vorfall zeigte die Risiken unkontrollierten Verhaltens: Zwei Kinder wurden dabei beobachtet, wie sie Eiszapfen von den Wänden brachen und sie gegen andere Eisformationen warfen. Die Eltern griffen nicht ein und zeigten auch keine Besorgnis. Ein enttäuschter Reddit-Nutzer teilte die Szene später online – und löste damit eine Welle der Empörung aus.

Dominik Fritz, der Betriebsleiter der Klamm, relativierte die Vorfälle: Zerbroschene Eiszapfen seien kein großes Problem. Dennoch werde das Personal einschreiten, wenn es zu massiven Schäden an den Eisstrukturen komme. Angesichts der ungebrochenen Beliebtheit des Ausflugsziels stellt sich jedoch die Frage, wie sich Zugang und Schutz der Natur in Einklang bringen lassen.

Die Breitachklamm bleibt ein gefragtes Winterziel, das monatlich Tausende anzieht. Während die meisten Besucher die Natur respektieren, sorgen vereinzelte Vorfälle für Diskussionen. Eine Kombination aus Aufsicht und öffentlicher Sensibilisierung könnte entscheidend sein, um die fragilen Eiswelten der Klamm für künftige Generationen zu bewahren.