Brüder von Polizeiopfer kämpfen gegen drohende Abschiebung aus Deutschland
Dragan ZimmerBrüder von Polizeiopfer kämpfen gegen drohende Abschiebung aus Deutschland
Sidy und Lassana Dramé droht trotz der anhaltenden juristischen Auseinandersetzungen um den Tod ihres Bruders die Abschiebung aus Deutschland. Mouhamed Lamine Dramé war im August 2022 während einer psychischen Krise bei einem Polizeieinsatz tödlich erschossen worden. Die Brüder wehren sich nun gegen die Entscheidung, ihren Aufenthaltstitel zu beenden, und argumentieren, dass ihre Anwesenheit für die Aufklärung des Falls entscheidend sei.
Das Ausländeramt in Dortmund hatte die Verlängerung ihrer Aufenthaltserlaubnis abgelehnt, die am 31. Januar 2026 ausläuft. Die Behörden begründeten dies damit, dass es keinen triftigen Grund für einen weiteren Verbleib gebe. Bereits zuvor waren ihre Pässe eingezogen worden, was ihre Bewegungsfreiheit stark einschränkt.
Im Dezember 2024 sprach ein Landgericht alle fünf an der Schießerei beteiligten Beamten frei. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Familie Dramé legten daraufhin Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) ein. Die Brüder werfen der Polizei schwere Versäumnisse bei dem Einsatz vor und bestehen darauf, an den weiteren juristischen Verfahren teilzunehmen.
Unterstützer betonen, dass Sidy und Lassana Dramé sich in Deutschland ein Leben aufgebaut hätten und eine zentrale Rolle bei der juristischen und politischen Aufarbeitung des Falls spielten. Ihre Anwältin, Lisa Grüter, bestätigte die Ablehnung der Verlängerung ihrer Aufenthaltsgenehmigungen – ihre Zukunft in Deutschland bleibt damit ungewiss.
Den Brüdern droht nun die Abschiebung, obwohl ihr Rechtsmittel noch anhängig ist. Ihr Anwaltsteam kämpft weiterhin für ihr Bleiberecht und verweist auf ihre Bedeutung für das laufende Verfahren. Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs wird darüber entscheiden, ob sie im Land bleiben dürfen.