Bürgerbund präsentiert Masterplan für den umstrittenen Ohligs-Tunnel in Solingen
Ignaz KreuselBürgerbund präsentiert Masterplan für den umstrittenen Ohligs-Tunnel in Solingen
Fünf Jahre Streit um den Ohligs-Tunnel in Solingen – jetzt legt der Bürgerbund einen Masterplan vor
Die Debatte um den Ohligs-Tunnel in Solingen zieht sich nun schon fünf Jahre hin, und die Forderungen nach einer Lösung werden immer lauter. Lokale Initiativen und Politiker streiten über Kosten, Sicherheit und die künftige Rolle des Bauwerks für die Stadt. Jetzt hat der Bundesverband Bürgerinitiativen (BfS) einen detaillierten Plan vorgelegt, der den problematischen Tunnel in einen einladenden, funktionalen Raum verwandeln soll.
Der BfS lehnt schnelle Lösungen ab und setzt stattdessen auf einen ganzheitlichen Ansatz, der Sauberkeit, Sicherheit und soziale Fragen gleichzeitig angeht. Die Strategie umfasst kurzfristige Instandsetzungen, mittelfristige Aufwertungen und langfristige städtebauliche Neugestaltungen – alles mit dem Ziel, den Tunnel zu einem sicheren, attraktiven Eingangstor für den Stadtteil zu machen.
Die Diskussionen um den Ohligs-Tunnel begannen 2021, als Stadtrat und CDU erstmals Entlastungsmaßnahmen für den Verkehr vorschlugen. 2023 und 2024 entbrannten dann öffentliche Petitionen und hitzige Debatten über die explodierenden Kosten – mittlerweile über 50 Millionen Euro – sowie umweltbezogene Bedenken. 2025 beschloss der Rat schließlich eine Teilrenovierung, darunter einen neuen Fuß- und Radweg, der bis 2028 fertiggestellt werden soll.
Der BfS argumentiert nun, dass weder Obdachlosigkeit noch Straßenordnungen allein die Probleme des Tunnels lösen werden. Stattdessen fordert der Verband sofortiges Handeln: eine Grundreinigung, dringende Reparaturen der Lampen, die Beseitigung von Graffiti und mehr Polizeistreifen. Mittelfristig schlägt die Initiative vor, Videoüberwachung (mit Datenschutzgarantien) zu testen, das Lampenkonzept zu überarbeiten, Klang- oder Musikinstallationen auszuprobieren und am östlichen Ausgang ein Dach anzubringen.
Langfristig strebt der BfS eine komplette Neugestaltung des östlichen Bahnhofsvorplatzes an. Zudem soll eine Machbarkeitsstudie prüfen, ob der Tunnel durch eine barrierefreie Brücke für Fußgänger und Radfahrer ersetzt werden könnte. Im Mittelpunkt des Plans steht das Prinzip "Hilfe statt Verdrängung" – Obdachlose sollen gezielt unterstützt werden, bevor es zu Ordnungsmaßnahmen kommt.
Das Ziel ist klar: Der Ohligs-Tunnel soll zu einem dauerhaft sicheren, sauberen und einladenden Zugang für Anwohner und Besucher werden.
Der BfS betont, dass sein Ansatz praktische Lösungen mit sozialer Verantwortung verbinden muss. Andernfalls drohe der Tunnel ein vernachlässigter Ort zu bleiben – statt zu einem lebendigen Teil der Solinger Infrastruktur zu werden.
Konkrete Schritte für die kommenden Jahre Der BfS-Plan sieht eine schrittweise Umgestaltung des Ohligs-Tunnels vor. Kurzfristige Reparaturen und strengere Kontrollen sollen zunächst für grundlegende Sicherheit und Sauberkeit sorgen. Mittelfristige Verbesserungen wie bessere Lampen und mögliche Überwachung würden die Bedingungen weiter aufwerten.
Langfristig könnten städtebauliche Veränderungen – etwa der Bau einer Brücke als Tunnelersatz – das gesamte Areal neu prägen. Zudem ist sichergestellt, dass Obdachlose Unterstützung erhalten, bevor neue Regeln greifen. Wird der Plan umgesetzt, wäre das ein Wechsel von jahrelangen Diskussionen zu entschlossenem Handeln.