Corny Littmann: Ein Leben zwischen Skandal und Glanz auf der Reeperbahn
Gordon AdlerTheaterdirektor Corny Littmann feiert 50 Jahre auf der Bühne - Corny Littmann: Ein Leben zwischen Skandal und Glanz auf der Reeperbahn
Corny Littmann hat jahrzehntelang die Hamburger Reeperbahn mit mutigem Theater und skandalösen Auftritten geprägt. Der 73-jährige Schauspieler, Regisseur und Theaterunternehmer begann seine Karriere als Kind in Ali Baba und die vierzig Räuber. Im Laufe der Jahre wurde er zu einer prägenden Figur des deutschen Kabaretts, der Musicalszene und des politischen Theaters.
Littmanns frühe Leidenschaft für die Schauspielerei entfachte sich, als er in einer Kinderproduktion einen der vierzig Räuber spielte. 1976 gründete er mit anderen Brühwarm, Deutschlands erstes offen schwules Theaterensemble. Diese bahnbrechende Gruppe gab den Ton für sein späteres Schaffen an – schrill, provokant und politisch aufgeladen.
1982 eröffneten Littmann und Gunter Schmidt das Tourneetheater Familie Schmidt, das mit provokanten Stücken wie Deutsch, aufrecht, homosexuell aufwartete. Neun Jahre später eröffneten er und sein Geschäftspartner Norbert Aust mit Schmidts Tivoli eine zweite Bühne, die für ihren skurrilen Humor und opulente Shows bekannt wurde. Der Spielort entwickelte sich schnell zu einer Institution der Reeperbahn und zog mit einer einzigartigen Mischung aus Schlager-Revuen und gesellschaftskritischem Witz ein breites Publikum an. Littmanns Karriere ist eng mit dem Schmidt-Theater-Ensemble verbunden, wo er als Regisseur und Hauptdarsteller in Dauerbrennern wie Hot Corner oder Die Könige des Kiezes glänzte. Er bevorzugt „gebrochene Charaktere“ – Rollen, die seine Vorliebe für Komplexität und Unvollkommenheit widerspiegeln. Über die Bühne hinaus erstreckt sich sein Einfluss auf den gesamten Hamburger Kiez, wo er unzählige Kabarettisten, Comedians und Revuekünstler gefördert hat – auch wenn viele dieser Kooperationen außerhalb seiner Hauptproduktionen kaum dokumentiert sind.
Von seiner ersten Kinderrolle bis zu seinen Jahrzehnten am Schmidt Theater hat Littmann bleibende Spuren in der deutschen Unterhaltungsbranche hinterlassen. Seine Mischung aus politischem Theater, Camp-Humor und musikalischer Show bleibt ein Publikumsmagnet auf der Reeperbahn. Die Stücke, die er prägte – ob im Schmidts Tivoli oder auf Tournee –, sind bis heute ein lebendiger Teil der Hamburger Kulturszene.