26 December 2025, 19:44

Cyberangriff auf Mönchengladbacher Apotheke: Erpresser verschlüsseln E-Rezepte und fordern Lösegeld

Eine Apotheke mit einem Fahrzeug davor und einem Gebäude links daneben.

Cyberangriff auf Mönchengladbacher Apotheke: Erpresser verschlüsseln E-Rezepte und fordern Lösegeld

Cyberangriff legt Laurentius-Apotheke in Mönchengladbach lahm

In den frühen Morgenstunden des Dienstags, 16. Dezember 2025, traf ein Cyberangriff die Laurentius-Apotheke in Mönchengladbach. Die Attacke zerstörte den Apotheken-Server, verschlüsselte wichtige Daten und konfrontierte den Inhaber Delbrin Houri mit einer Erpressungsforderung. Die Polizei rät von einer Zahlung ab, während das Unternehmen bis zum frühen Nachmittag nur eingeschränkt den Betrieb wiederaufnehmen konnte.

Der Angriff erfolgte über Nacht und richtete sich gezielt gegen die IT-Systeme der Apotheke, wobei kritische Aufzeichnungen gelöscht wurden. Die Hacker verschlüsselten Daten aus mehreren Tagen – darunter E-Rezepte – und hinterließen einen Erpresserbrief mit der Forderung nach einer Zahlung. Houri entdeckte die Schäden am Dienstagmorgen: Sein Server war unbrauchbar, essenzielle Dateien blockiert.

IT-Forensiker bestätigten später, dass lediglich der Server betroffen war, doch die Folgen sind verheerend. Der TSE-Stick der Apotheke, auf dem fünf Tage an Transaktionsdaten gespeichert waren, wurde kompromittiert – Lücken in den Rezeptaufzeichnungen sind die Folge. Houri schätzt die unmittelbaren Schäden auf 7.000 Euro, doch durch Betriebsunterbrechungen und fehlerhafte Lagerbestandslisten könnten die Verluste auf bis zu 20.000 Euro steigen. Bis 15 Uhr öffnete die Apotheke mit eingeschränktem Service und einem Notfall-Server wieder. Dennoch warnt Houri vor langfristigem Chaos: Die Datenwiederherstellung erfordert Abstimmungen mit Arztpraxen und möglicherweise dem Finanzamt. Die acht Mitarbeiter müssen nun wochenlang manuell Rezepte und Bestände überprüfen.

Bisher hat sich keine Gruppe zu dem Angriff bekannt. Die Ermittlungen der Polizei laufen noch. Houri, immer noch geschockt, fragt sich, warum ausgerechnet sein kleines Unternehmen zum Ziel wurde. Gleichzeitig rät er anderen Apothekeninhabern, ihre Cybersicherheitsversicherung zu prüfen – seine eigene Deckung bot keinen Schutz. Lokale IT-Firmen und Aposoft unterstützen die forensische Analyse, doch bisher gibt es keine Hinweise auf Täter.

Der Cyberangriff hinterlässt in der Laurentius-Apotheke nachhaltige Störungen – von finanziellen Einbußen bis zu operativen Hindernissen. Die Datenrettung könnte sich über Monate hinziehen, während Houri die Systeme neu aufbauen muss. Gleichzeitig warnt er Branchenkollegen vor den Risiken unzureichender IT-Sicherheit. Die Polizei ermittelt weiter, doch bisher gab es weder Festnahmen noch konkrete Spur zu den Tätern.