15 January 2026, 22:50

Deutsche Bahn saniert Strecke Köln–Wuppertal–Hagen nur halbherzig und lässt Stellwerke veralten

Ein altes, baufälliges Gebäude mit abblätternder Farbe und bröckelnden Wänden, das zwei angebrachte Meter, verschiedene Rohre und Drähte aufweist.

Deutsche Bahn saniert Strecke Köln–Wuppertal–Hagen nur halbherzig und lässt Stellwerke veralten

Die große Sanierung der Bahnstrecken Hagen–Wuppertal–Köln durch die Deutsche Bahn lässt zentrale Infrastruktur veraltet zurück. Trotz dringenden Handlungsbedarfs werden acht Stellwerke entlang der Strecke nicht modernisiert. Auch die Einführung des neuen europäischen Zugsicherungssystems ETCS (European Train Control System) ist nicht vorgesehen.

Die acht Stellwerke bleiben ein kritischer Schwachpunkt. Drei davon – in Schwelm, Solingen und am Hagener Hauptbahnhof – gelten als "in schlechtem Zustand". Zwei weitere, in Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal-Steinbeck, befinden sich sogar im schlechtestmöglichen Zustand. Dennoch wird keines der Stellwerke im Rahmen der Sanierung auf den neuesten Stand gebracht.

Nur sechs Hauptbahnhöfe entlang der Strecke erhalten eine vollständige Modernisierung. Vier davon wurden als "zukunftssichere Bahnhöfe" eingestuft. Die Aufwertung der übrigen sechs S-Bahn-Haltepunkte wird jedoch voraussichtlich nicht vor Ende 2027 abgeschlossen sein. Die Entscheidung, die Stellwerke und das ETCS-System auszuklammern, sorgt für Aufsehen – der für die Sanierung verantwortliche Planer wurde bisher nicht öffentlich genannt. Die veralteten Anlagen werden trotz ihres maroden Zustands weiterbetrieben.

Das Sanierungsprojekt schreitet somit mit begrenztem Umfang voran: Während sechs Hauptbahnhöfe modernisiert werden, bleiben kleinere Haltepunkte und die kritischen Stellwerke noch Jahre unverändert. Fehlendes ETCS bedeutet zudem, dass die Strecke künftig nicht den modernen europäischen Bahnstandards entsprechen wird.