07 February 2026, 23:13

Deutschland reformiert Filmförderung: 8-Prozent-Regel für Streaming-Dienste und Sender

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung des Reichshallen-Theaters in Berlin, Deutschland, zeigt eine detaillierte Illustration des Auditoriums mit Text oben und unten.

Deutschland reformiert Filmförderung: 8-Prozent-Regel für Streaming-Dienste und Sender

Die Bundesrepublik führt eine weitreichende Reform ein, um die Förderung von Film- und Fernsehproduktionen zu stärken. Das neue Gesetz verpflichtet Streaming-Plattformen und Sender, mindestens 8 % ihres jährlichen Nettoumsatzes in lokale Produktionen zu investieren. Mit diesem Schritt soll die Branche gestärkt werden, während die Produktionsvolumina im ganzen Land weiter wachsen.

2024 produzierte die Bundesrepublik 751.432 Minuten Film- und Fernsehcontent für Kino, Fernsehen und Streaming-Dienste. Nordrhein-Westfalen (NRW) lag dabei an der Spitze und machte fast die Hälfte der gesamten Produktionszeit aus.

Das vom Bund beschlossene Kompromissmodell legt klare finanzielle Verpflichtungen für Sender und Streaming-Anbieter fest. Nach den neuen Regeln müssen Unternehmen mindestens 8 % ihres jährlichen Nettoumsatzes in deutsche und europäische Produktionen investieren. Ein Teil dieses Budgets muss dabei in deutschsprachige Inhalte fließen.

Firmen, die mehr als 12 % investieren, können Sondervereinbarungen mit Produktionsgesellschaften aushandeln. Die Reform sieht zudem eine Erhöhung der Fördermittel für kommerzielle Filmproduktionen auf 250 Millionen Euro pro Jahr vor.

NRW bleibt mit 44 % aller Produktionsminuten im Jahr 2024 die führende Region für Film und Fernsehen – ein Anstieg um zwei Prozentpunkte seit 2022. Die Stärke des Bundeslandes liegt in Unterhaltungsformaten und On-Demand-Inhalten, insbesondere für Streaming-Dienste. Mit 158 Produktionsfirmen, viele davon in und um Köln ansässig, hat sich die Region zu einem zentralen Standort für digitale Medien entwickelt.

Der Landesmedienminister von NRW, Nathanael Liminski, begrüßte die Neuerungen und betonte, dass die Reform sowohl große Studios als auch kleinere unabhängige Produzenten unterstütze. Bayern folgt als zweitwichtigstes Produktionszentrum mit 19 %, während Berlin 13 % der Produktionsleistung ausmacht.

Die neuen Förderregeln treten in den kommenden Monaten in Kraft und verlangen von Streaming-Diensten und Sendern, ihre Investitionen in lokale Produktionen zu erhöhen. Mit NRW als Produktionsführer und der Aufstockung der staatlichen Mittel soll die Reform Filmemachern in ganz Deutschland neue Chancen eröffnen. Gleichzeitig sichert sie langfristig mehr Ressourcen für deutschsprachige und europäische Inhalte.