Deutschlands erstes Wasserstoffnetz heizt Haushalte in Holzwickede klimaneutral ein
Gordon AdlerDeutschlands erstes Wasserstoffnetz heizt Haushalte in Holzwickede klimaneutral ein
Ein wegweisendes Projekt in Deutschland beweist, dass bestehende Gasnetze Wasserstoff in reiner Form sicher transportieren können. Die Forschungsinitiative H2HoWi, geleitet vom Netzbetreiber Westnetz, betreibt seit Ende 2022 eine vollständig auf Wasserstoff umgerüstete Pipeline. Nun heizen drei Haushalte in Holzwickede bei Dortmund ihre Wohnungen mit wasserstofftauglichen Heizkesseln – als Teil des Praxistests.
Seit Oktober 2022 unterhält Westnetz in Holzwickede das erste Wasserstoff-Verteilnetz Deutschlands. Das System nutzt eine umgerüstete Erdgasleitung, die zu 100 Prozent grünen Wasserstoff transportiert. Der Wasserstoff wird vor Ort mit einem Maximaldruck von 40 bar gelagert und erfüllt strenge Qualitätsstandards mit einer Reinheit von 99,9 Prozent.
Drei lokale Kunden setzen mittlerweile auf Weishaupt Thermo Condens-Heizkessel, die für den Wasserstoffbetrieb angepasst wurden. Zwei der Geräte verfügen über eine Leistung von 32 Kilowatt, das dritte arbeitet mit 15 Kilowatt. Der Hersteller Weishaupt hat die Zulassung für den Einsatz von reinem Wasserstoff erhalten und bietet Modelle mit 15, 25 und 32 Kilowatt an.
Das Deutsche Energieinstitut Freiberg begleitet die wissenschaftlichen Aspekte des H2HoWi-Projekts. Erste Erkenntnisse bestätigen, dass die bestehende Gasinfrastruktur reinen Wasserstoff ohne größere Umbauten bewältigen kann. Dies eröffnet mögliche Wege, um Heizsysteme in ganz Deutschland zu dekabonisieren.
Das Projekt H2HoWi zeigt, dass umgewidmete Gasnetze Wasserstoff sicher in Haushalte liefern können. Da bereits zertifizierter grüner Wasserstoff zum Einsatz kommt, liefert der Versuch praktische Belege für die Skalierung ähnlicher Systeme. Die Ergebnisse könnten künftige Energiepolitiken und Infrastrukturmodernisierungen in Deutschland prägen.
