Dorothee Bär erhält Orden gegen tödlichen Ernst mit karnevalistischem Witz und politischer Schärfe
Georgine MansDorothee Bär erhält Orden gegen tödlichen Ernst mit karnevalistischem Witz und politischer Schärfe
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) hat bei einer Gala in Aachen den 76. Orden gegen tödlichen Ernst erhalten. Als Astronautin verkleidet hielt sie eine humorvolle Rede mit politischem Witz. Die Auszeichnung, verliehen vom Aachener Karnevalsverein, würdigt Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens für Esprit und Menschlichkeit im Amt.
Die von Komiker Guido Cantz mitmoderierte Veranstaltung verband Satire mit politischer Kommentierung. Bär scherzte, die Dunkelheit des Weltraums erinnere an einen CSU-Parteitag. Sie schlug sogar vor, ihren Parteichef Markus Söder mit einer Mondrakete zum Mond zu schicken.
Die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang, als Außerirdische kostümiert, nutzte die Bühne, um zur Einheit der Demokraten aufzurufen. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann stimmte in den spielerischen Ton ein und erinnerte daran, wie der ehemalige NRW-Ministerpräsident Armin Laschet einst im Bundestag High Heels trug.
Vizekanzler Lars Klingbeil lobte Bär als einzigartige Persönlichkeit mit starker regionaler Verwurzelung und mutigen Ideen. Sein Ausspruch "Wir brauchen mehr Bär" unterstrich ihre Beliebtheit. Der seit 1950 verliehene Orden ehrt Politiker wie Konrad Adenauer, Helmut Schmidt und den aktuellen Kanzler Friedrich Merz. Zwar ging die Auszeichnung traditionell an Männer, doch in jüngerer Zeit wurde die Liste der Preisträger vielfältiger.
Zu den früheren Preisträgern zählen Norbert Blüm, Annalena Baerbock, Armin Laschet und Markus Söder. Der Orden entstand ursprünglich als Hommage an einen britischen Militärstaatsanwalt, der einen Häftling für den Karneval freiließ. Im Laufe der Zeit entwickelte er sich zu einer gefeierten Tradition für Politiker, die Humor mit öffentlichem Engagement verbinden.
Bärs Auszeichnung reiht sie in die Liste politischer Persönlichkeiten ein, die für Leichtigkeit in der Führung gewürdigt werden. Die Gala unterstrich die Bedeutung des Preises, der sowohl Esprit als auch Menschlichkeit im öffentlichen Leben ehrt. Die diesjährige Veranstaltung zeigte zudem, wie sich die Auszeichnung nach Jahrzehnten männlicher Dominanz zunehmend öffnet.