Dortmunds radikaler Kaderumbruch: Warum Brandt, Süle und Özcan gehen müssen
Georgine MansDortmunds radikaler Kaderumbruch: Warum Brandt, Süle und Özcan gehen müssen
Borussia Dortmund steht vor einem großen Umbruch im Kader diesen Sommer. Der Verein hat entschieden, die Verträge von Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan nicht zu verlängern – alle drei werden den Klub nach Ablauf ihrer Verträge verlassen. Vorstandschef Carsten Cramer sieht in diesen Wechseln jedoch keine Rückschläge, sondern eine Chance, die Mannschaft voranzubringen.
Die Abgänge von Brandt und Süle markieren eine strategische Neuausrichtung bei Dortmund. In den vergangenen Jahren hat der Verein zunehmend auf ein nachhaltiges Modell gesetzt: junge Talente fördern und sie später gewinnbringend verkaufen. Prominente Beispiele sind der Wechsel von Jude Bellingham für 103 Millionen Euro zu Real Madrid 2023 oder Erling Haalands 60-Millionen-Deal mit Manchester City 2022. Dieser Ansatz unterscheidet sich deutlich von der Strategie der Konkurrenz: Während der FC Bayern München weiterhin stark in etablierte Stars wie Harry Kane (100 Millionen Euro, 2023) investiert, setzt RB Leipzig auf datenbasierte Nachwuchsförderung.
Kritiker werfen Dortmund oft vor, bei wichtigen Kaderentscheidungen zu zögerlich zu agieren. Cramer betont jedoch, der Verein sei nun bereit, mutige Schritte zu gehen, um die nächste Stufe zu erreichen. Trotz der Abgänge will der BVB Erfahrung im Team halten und bietet dem verletzungsbedingten Emre Can eine Vertragsverlängerung an – auch sein Vertrag läuft Ende der Saison aus.
Bereits in der Saison 2025/26 zeigten sich ähnliche Trends im deutschen Fußball: Der FC Bayern verkaufte Mathys Tel für 50 Millionen Euro an Paris Saint-Germain, während Leipzig Benjamin Šeško für 65 Millionen Euro an den FC Arsenal abgab, um die eigene Akademie zu stärken. Dortmunds Vorgehen passt in diese Entwicklung – mit Fokus auf finanzielle Stabilität und langfristiges Wachstum statt kurzfristiger Lösungen.
Mit dem Abschied von Brandt, Süle und Özcan wird der Kader zur nächsten Spielzeit ein anderes Gesicht tragen. Der BVB bleibt seinem Kurs treu: die Balance zwischen Talentförderung und klugen wirtschaftlichen Entscheidungen. Crammers Strategie deutet darauf hin, dass weitere Veränderungen folgen könnten, um die Position des Vereins im deutschen und europäischen Fußball zu festigen.






