01 February 2026, 00:55

Düsseldorfer Start-up revolutioniert Zementindustrie mit CO₂-negativer Technologie und 6,5 Mio. Euro

Ein Gebäude mit einer Tafel, auf der "Citi Global College" steht, umgeben von Straßenmasten, Straßenlaternen, Strommasten, Stromkabeln, Kraftfahrzeugen, Bäumen und einem klaren blauen Himmel.

Düsseldorfer Start-up revolutioniert Zementindustrie mit CO₂-negativer Technologie und 6,5 Mio. Euro

Düsseldorfer ClimateTech-Start-up Co-reactive sichert 6,5 Millionen Euro Seed-Finanzierung für CO₂-negative Zementtechnologie

Das in Düsseldorf ansässige ClimateTech-Start-up Co-reactive hat 6,5 Millionen Euro in einer Seed-Finanzierungsrunde eingesammelt, um seine kohlenstoffnegative Zementtechnologie auszubauen. Das Unternehmen wandelt CO₂ und natürliche Mineralien in hochleistungsfähige Zementersatzstoffe um und bietet damit eine skalierbare Alternative zu herkömmlichen Materialien wie Hüttensand und Flugasche. Zu den Investoren zählen der High-Tech Gründerfonds (HTGF), die NRW.Bank sowie mehrere Risikokapitalgeber und Business Angels.

Das Verfahren von Co-reactive bindet CO₂ dauerhaft in sogenannte supplementary cementitious materials (SCMs) ein, reduziert den Klinkeranteil und verbessert gleichzeitig Festigkeit und Haltbarkeit. Die Technologie zielt darauf ab, den CO₂-Fußabdruck der Zement- und Betonindustrie zu verringern – ein Sektor, der für etwa 8 % der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich ist. Angesichts steigender CO₂-Preise könnten sich die Produktionskosten in den kommenden Jahren deutlich erhöhen.

Die frischen Mittel sollen den Übergang von Labor- und Pilotversuchen zu einer Demonstrationsanlage mit einer Kapazität von 1.000 Tonnen bis zum zweiten Quartal 2026 ermöglichen. Ab 2027 plant Co-reactive die Zusammenarbeit mit Industriepartnern für Pilotanlagen, die Zehntausende Tonnen jährlich verarbeiten können. Diese Anlagen werden sich auf die direkte Mineralisierung von CO₂ für die Zement- und Stahlproduktion in Deutschland oder Europa konzentrieren.

Anna Stetter, Investment Managerin beim HTGF, betonte das Potenzial des Ansatzes von Co-reactive als skalierbare Lösung. Dr.-Ing. Andreas Bremen, Mitgründer und CEO des Unternehmens, erklärte, die Investition werde den Übergang von Labortests zu kontinuierlichen Industrieprozessen beschleunigen.

Mit der neuen Finanzierung wird Co-reactive den Bau der Demonstrationsanlage vorantreiben und sich auf größere Industrieanlagen vorbereiten. Die Technologie könnte eine kostengünstige Möglichkeit bieten, die Emissionen in der Zementproduktion zu senken und gleichzeitig die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Baumaterialien zu bedienen. Die ersten industriellen Pilotprojekte sollen ab 2027 mit Partnern an den Start gehen.