"Ende Gelände" eskaliert Proteste gegen fossile Gasinfrastruktur im Ruhrgebiet
Gordon Adler"Ende Gelände" eskaliert Proteste gegen fossile Gasinfrastruktur im Ruhrgebiet
Klimaschutzaktivist:innen der antikapitalistischen Allianz Ende Gelände haben in dieser Woche im gesamten Ruhrgebiet weitreichende Proteste gestartet. Ihre Kampagne richtet sich gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastrukturen, mit Demonstrationen an Kraftwerken, Hüttenwerken und zentralen Industrieanlagen. Trotz eines gerichtlichen Verbots für eine große Kundgebung kündigen die Organisator:innen an, die Aktionen mit Nachdruck fortzusetzen.
Die Proteste begannen mit der Besetzung der Werksgleise des Rohrherstellers Europipe in Mülheim an der Ruhr durch Aktivist:innen. Das Unternehmen, Europas größter Produzent von Pipelines, musste seinen Betrieb unterbrechen, nachdem Demonstrant:innen den Zugang blockierten. Eine weitere Gruppe richtete sich später gegen das Hüttenwerk Friedrich Wilhelms Hütte in derselben Stadt und störte den Schichtwechsel.
In Gelsenkirchen blockierten Protestierende das Kraftwerk Scholven, das den Bau einer zusätzlichen Gaseinheit plant. Einige montierten vor Ort Solarpaneele, um auf erneuerbare Alternativen aufmerksam zu machen. Unterdessen zogen Aktivist:innen in Hamm mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof, auf dem die Enteignung von Energiekonzernen gefordert wurde.
Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen untersagte eine für Samstag geplante Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk. Die Organisator:innen haben jedoch Widerspruch eingelegt und erwägen, die Auftaktkundgebung näher an Hamm zu verlegen. Dennoch werden tausende weitere Protestierende erwartet, unterstützt von Umweltverbänden und der Klimaaktivistin Greta Thunberg.
Auch die Bundesregierung ist im Energiesektor aktiv: Geplant ist der Erwerb einer Milliardenbeteiligung an KNDS, dem Betreiber des in Mülheim angegriffenen Hüttenwerks.
Trotz rechtlicher Rückschläge gehen die Proteste weiter – die Aktivist:innen bleiben entschlossen, die Ausweitung fossiler Brennstoffe zu bekämpfen. Die Organisator:innen haben ihre Pläne angepasst, rechnen aber weiterhin mit großen Teilnehmerzahlen bei den kommenden Aktionen. Die geplante Staatsbeteiligung an KNDS fügt der Debatte über Energiepolitik und Industriebesitz eine weitere Dimension hinzu.
