12 February 2026, 05:18

Energiewende in Deutschland: Wasserstoffwirtschaft stockt trotz Fortschritten bei Biomethan und Pipelines

Eine Säulendiagramm, das die Stromerzeugung der Bundesländer nach Energiequelle im Jahr 2022 zeigt, mit begleitendem Text, der zusätzliche Dateninformationen bereitstellt.

Energiewende in Deutschland: Wasserstoffwirtschaft stockt trotz Fortschritten bei Biomethan und Pipelines

Deutschlands Gas- und Wasserstoffbranche zeigt Licht und Schatten im Energiewandel

Der aktuelle Branchenbericht der deutschen Bahn und Wasserstoffwirtschaft zeichnet ein gemischtes Bild aus Fortschritten und Rückschlägen. Die Studie "Gasbilanz 2025", die auf der Energiefachmesse E-world energy & water in Essen vorgestellt wurde, belegt Verzögerungen beim Ausbau der Wasserstoffwirtschaft, während gleichzeitig die Nachfrage nach Biomethan und Erdgas steigt. Experten warnen, dass bürokratische Hürden und hohe Kosten zentrale Projekte der Energiewende ausbremsen.

Laut Bericht hinkt der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland hinter den ursprünglichen Erwartungen her. Zwar befinden sich 22 Elektrolyseprojekte mit einer Gesamtkapazität von 1,3 Gigawatt (GW) im Bau oder haben finale Investitionsentscheidungen erhalten – doch die für 2030 geplante Kapazität ist deutlich geschrumpft. Statt der vor zwei Jahren noch avisierten über 11 GW werden nun nur noch 7,2 GW fest erwartet. Hohe Strompreise, unklare regulatorische Rahmenbedingungen und das Fehlen langfristiger Abnahmeverträge haben viele Vorhaben zum Stillstand gebracht oder ganz gestoppt.

Ein Lichtblick ist Biomethan: Rund 11,5 Terrawattstunden (TWh) wurden 2025 ins Gasnetz eingespeist – vor allem für die Wärmeversorgung, zunehmend aber auch für Industrie und Verkehr. Doch die Branche mahnt, dass regulatorische Unsicherheiten weiteres Wachstum bei diesem erneuerbaren Gas behindern.

Auf der Nachfrageseite stieg der Gasverbrauch 2025 um etwa 3 Prozent auf 835 TWh. Bahnkraftwerke bleiben besonders in Phasen geringer Wind- und Solarstromerzeugung systemrelevant, sind aber mit rund 392 Gramm CO₂ pro Kilowattstunde (kWh) weiterhin extrem emissionsintensiv. Zum Vergleich: Der deutsche Stromsektor kommt im Schnitt auf 344 g CO₂/kWh – ein Wert, der höher liegt als in Ländern, die bereits aus der Kohleverstromung ausgestiegen sind.

Beim Infrastrukturausbau gab es Fortschritte: 2025 wurden 525 Kilometer Wasserstoffpipelines fertiggestellt, die das Rückgrat des neuen Netzes bilden. Die Branche fordert jedoch dringend ein verlässliches Kapazitätsmarktmodell, da mit dem Kohleausstieg über 30 GW gesicherter Erzeugungskapazität wegfallen.

Die "Gasbilanz 2025" unterstreicht sowohl Erfolge als auch Herausforderungen der deutschen Energiewende. Während die Biomethanproduktion und der Wasserstoffpipeline-Ausbau vorankommen, zeigen Verzögerungen bei Elektrolyseprojekten und der steigende Gasbedarf, wie dringend klare politische Weichenstellungen sind. Die Branche betont: Ohne stabile Regulierung und langfristige Verträge werde das Erreichen der Klimaziele kaum möglich sein.