02 January 2026, 03:01

Erste Konferenz in Kleve sucht Lösungen gegen Gewalt an Schulen

Schüler in Uniformen stehen auf einem Weg und halten Papiere, wobei ein Mädchen in ein Mikrofon spricht; dahinter ist eine Umzäunung mit einem Verschlag, der mit Ballons geschmückt ist.

Erste Konferenz in Kleve sucht Lösungen gegen Gewalt an Schulen

Erste Konferenz "Wege aus der (Schul-)Gewalt" am 26. November 2025 in der Helios Klinik Bedburg-Hau

Am 26. November 2025 fand in der Helios Klinik Bedburg-Hau die erste Konferenz unter dem Titel "Wege aus der (Schul-)Gewalt" statt. Veranstaltet wurde die Tagung von der Kriminalpräventiven Abteilung der Kreispolizeibehörde Kleve und der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Helios Klinik. Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit Gewalt durch Kinder und Jugendliche im schulischen Umfeld. Sowohl Teilnehmer als auch Organisatoren zogen anschließend eine positive Bilanz und betonten den Wert einer engeren Vernetzung zwischen Schulen, Behörden und Unterstützungseinrichtungen.

Ziel der Konferenz war es, Schulleitungen, Lehrkräfte und Sozialarbeiter über Gewalt durch Minderjährige zu informieren. Themenschwerpunkte waren rechtliche Pflichten, psychologische Betreuungsangebote sowie praktische Präventionsstrategien.

Staatsanwältin Alexa Hell erläuterte die rechtlichen Verantwortlichkeiten von Schulen und Lehrkräften im Rahmen ihrer "Fürsorgepflicht". Sie erklärte, welche Maßnahmen Pädagogen ergreifen müssen, um Schüler zu schützen und gewalttätiges Verhalten zu unterbinden. Britta Baumanns, Leiterin der Schulpsychologischen Beratungsstelle des Kreises Kleve, gab in einem praxisnahen Vortrag Einblicke in ihre Arbeit. Als Expertin für die Beratung von Schülern, Eltern und Lehrkräften teilte sie ihr Wissen zur Erkennung und zum Umgang mit Risikoverhalten. Astrid Klösters stellte die regionale Richtlinie "Zusammenarbeit in der Vorbeugung und Bekämpfung von Jugendkriminalität" vor und betonte, dass Schulen, Jugendämter und Polizei eng zusammenarbeiten müssen, um zu verhindern, dass junge Menschen durch die Raster der Hilfssysteme fallen. Dr. Nikolaus Barth ergänzte, dass sichere emotionale Bindungen in der frühen Kindheit eine entscheidende Rolle bei der Verringerung von Gewaltneigungen im Jugendalter spielen.

Die Kriminalpräventive Abteilung der Kreispolizei Kleve präsentierte ihr Fachwissen zu Themen wie Cyberkriminalität, Drogensucht und der Initiative "Kurve kriegen" – ein Programm, das gefährdete Jugendliche von der Kriminalität fernhalten soll. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Schulen fragen, Polizei antwortet", bei der Beamte Fragen der Teilnehmer zum Umgang mit Gewalt in Bildungseinrichtungen beantworteten.

Die Veranstaltung unterstrich die Notwendigkeit einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen Schulen, psychologischen Diensten und Strafverfolgungsbehörden. Organisatoren und Teilnehmer waren sich einig, dass eine bessere Vernetzung dazu beitragen kann, Jugendliche vor dem Abgleiten in Unterstützungslücken zu bewahren. Als nächste Schritte sind erweiterte Schulungsangebote und gemeinsame Projekte zur Bekämpfung schulbezogener Gewalt geplant.