10 May 2026, 12:26

Europawahl 2024: Wie Parteien junge Männer mit gegensätzlichen Botschaften umwerben

Schwarzes und weißes Foto einer Gruppe von Frauen, mit einer sitzenden in der Mitte, aus der Frauenwahlrechtsbewegung, mit verschiedenen Alters- und Ethnien.

Europawahl 2024: Wie Parteien junge Männer mit gegensätzlichen Botschaften umwerben

In Deutschland ist vor den Europawahlen 2024 eine Debatte über Männlichkeit und Politik neu entfacht. Politiker verschiedener Parteien wenden sich nun gezielt an junge Männer – die einen mit feministischen Argumenten, die anderen mit rechtsextremer Rhetorik. Die Diskussion kommt zu einer Zeit, in der Wahlanalysen eine deutliche Kluft zwischen jungen Männern und Frauen zeigen.

Noch vor 20 Jahren trug Torhüter Tim Wiese ohne Aufsehen pinkfarbene Kleidung auf dem Platz. Heute ist die Farbe weiterhin ein politisches Streitthema. Felix Banaszak, Co-Vorsitzender der Grünen, hat sein Büro pink gestrichen und argumentiert, dass starre Geschlechterrollen nicht nur Frauen, sondern auch Männer schaden. In einem Playboy-Interview unternahm er erstmals öffentlich den Versuch, junge Männer mit einer feministischen Botschaft zu erreichen.

Die Grünen setzen sich seit Langem mit der Rolle von Männern in der Gesellschaft auseinander. Bereits 2010 veröffentlichten 21 ihrer Politiker ein Manifest mit dem Titel „Männer, gebt Macht ab! Es lohnt sich.“ Jetzt will der Grünen-Europaabgeordnete Rasmus Andresen junge Männer über gemeinsame linke Themen ansprechen.

Unterdessen verfolgt die rechtsextreme AfD einen ganz anderen Ansatz. Der AfD-Politiker Maximilian Krah riet jüngst in einem Wahlkampfvideo jungen Männern, die Probleme bei der Partnersuche hätten, sie sollten „auf der richtigen Seite“ stehen. Dies passt zu einem Trend der letzten Bundestagswahl, bei der junge Männer mehrheitlich die AfD wählten, während junge Frauen sich für Mitte-links-Parteien entschieden.

Auch der Deutsche Frauenrat hat sich eingeschaltet und Banaszaks „Männerpolitik“ diskutiert sowie mehr Plattformen für Jungen gefordert, um ihre Ideen auszutauschen. Die Debatte gewann zusätzlich an Brisanz, nachdem die Schauspielerin Collien Fernandes den Schauspieler Christian Ulmen der Belästigung beschuldigt hatte. Banaszak gab zu, sich für das Verhalten von Männern angesichts der Vorwürfe zu schämen.

Der Austausch zeigt eine wachsende politische Spaltung darüber, wie junge Männer angesprochen werden sollen. Während die Grünen feministische Diskurse fördern, bietet die AfD eine rechtsextreme Alternative. Wahlstatistiken und öffentliche Stellungnahmen deuten darauf hin, dass diese Debatte die anstehenden Europawahlen prägen wird.

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