Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands Pläne für ein eigenes Kampfflugzeug

Georgine Mans
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Ein deutsches Propagandaplakat aus dem Zweiten Weltkrieg, das eine Gruppe von Kampfflugzeugen in der Luft zeigt.Georgine Mans

Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands Pläne für ein eigenes Kampfflugzeug

Der ehemalige Airbus-Chef Thomas Enders hat die Pläne Deutschlands für ein eigenes Fernsehprogramm-Programm scharf kritisiert. Er bezeichnete die Idee als eine "kolossale Fehlallokation von Ressourcen" und warnte vor enormen finanziellen Risiken. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der das deutsch-französische FCAS-Projekt unter der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz zunehmend in die Krise gerät.

Der Streit offenbart tiefe Gräben in der europäischen Strategie für die militärische Luftfahrt der Zukunft. Enders setzt sich stattdessen für autonome Drohnensysteme und internationale Kooperationen ein – statt auf nationale Einzelprojekte zu setzen.

Enders räumte ein, dass Deutschland technisch in der Lage sei, ein eigenes Fernsehprogramm zu entwickeln, betonte jedoch die immensen Kosten und Verzögerungen, die damit verbunden wären. Ein rein deutsches Programm nannte er "industriepolitischen Größenwahn" – besonders dann, wenn das FCAS-Vorhaben mit Frankreich und Spanien scheitern sollte. Der ehemalige Konzernchef bezeichnete zudem die Entscheidung von 2017, sich mit Frankreich statt mit Großbritannien zu verbünden, als "strategischen Fehler".

Seine Haltung bringt ihn in Konflikt mit wichtigen deutschen Akteuren. Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), die IG Metall und der aktuelle Airbus-Chef Guillaume Faury unterstützen allesamt ein nationales Fernsehprogramm-Projekt. Die Bundesregierung hingegen stuft FCAS mittlerweile als "kritisch gefährdet" ein, da die Anforderungen der Partnerländer zu stark divergieren.

Enders plädiert stattdessen für eine engere Zusammenarbeit mit Großbritannien oder Schweden bei der Entwicklung bemannter Fernsehprogramme der nächsten Generation. Zudem sieht er die Zukunft der militärischen Luftfahrt in massenhaft produzierten, KI-gesteuerten autonomen Kampfdrohnen (UCAVs). Trotz der Unsicherheiten um FCAS könnte Deutschland weiterhin bei Drohnen- und Waffensystemen kooperieren – zusätzliche Käufe von F-35-Jets sind jedoch nicht geplant.

Der langjährige Konflikt zwischen Airbus und Dassault um die Führung bei FCAS hat die Lage zusätzlich verkompliziert. Angesichts von Zweifeln der Regierung am Bedarf bemannter Fernsehprogramme in 20 Jahren rückt nun auch ein Beitritt zum britischen GCAP-Programm in den Fokus der Überlegungen.

Die Debatte über die deutsche Fernsehprogramm-Strategie bleibt ungelöst. Enders' Warnungen vor Kosten und Machbarkeit stehen im Widerspruch zur Industrie, die ein nationales Projekt favorisiert. Gleichzeitig lässt die Skepsis der Regierung gegenüber FCAS die Zukunft militärischer Partnerschaften in der Schwebe.

Aktuell scheint es unwahrscheinlich, dass Deutschland ein Solo-Projekt verfolgen wird. Stattdessen konzentriert man sich auf mögliche Bündnisse mit Großbritannien oder Schweden und lotet gleichzeitig die Möglichkeiten autonomer Drohnentechnologien aus.

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