Experte warnt: Frühere Pflegekosten-Beteiligung könnte Senioren abschrecken
Georgine MansExperte warnt: Frühere Pflegekosten-Beteiligung könnte Senioren abschrecken
Der Wirtschaftsexperte Martin Werding hat sich gegen Pläne ausgesprochen, nach denen erwachsene Kinder früher für die Pflegekosten ihrer Eltern aufkommen sollen. Er warnt, dass eine solche Regelung ältere Menschen davon abhalten könnte, überhaupt Hilfe in Anspruch zu nehmen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Bundesregierung die Finanzierung der Langzeitpflege überprüft.
Werding betont, dass erwachsene Kinder bereits jetzt erheblich zu den Pflegekosten ihrer Eltern beitragen. Diese Unterstützung entlaste das gesetzliche Pflegeversicherungssystem, so der Experte. Eine frühere Heranziehung zu den Kosten würde Familien unnötig belasten.
Zudem befürchtet der Berater, dass der Vorschlag Senioren davon abhalten könnte, sich an Sozialämter zu wenden, wenn sie Unterstützung benötigen. Statt die Kinder in die Pflicht zu nehmen, schlägt er vor, den Zuschlag für kinderlose Versicherte innerhalb des Systems zu erhöhen.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) prüft derzeit, diesen Zuschlag von 0,6 auf 0,7 Prozent anzuheben. Werding unterstützt diesen Ansatz als gerechtere Lösung, um die Pflege zu finanzieren, ohne Familien zusätzlich zu belasten.
Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie die Langzeitpflege finanziert werden kann, ohne erwachsene Kinder übermäßig zu belasten. Werdings Alternative zielt darauf ab, die Beiträge kinderloser Versicherter anzupassen. Die endgültige Entscheidung der Regierung über den Zuschlag könnte die Verteilung der Pflegekosten in der Gesellschaft neu gestalten.






