12 January 2026, 16:48

Fernunterricht in NRW: Notwendig, aber mit gravierenden digitalen Lücken

Eine Frau sitzt an einem Tisch mit einem Laptop, auf dem "Lernschule" angezeigt wird, umgeben von Papieren, einem Becher und anderen Gegenständen, mit Bücherregalen im Hintergrund.

GEW fordert bessere Grundlagen für Distanzlernen - Fernunterricht in NRW: Notwendig, aber mit gravierenden digitalen Lücken

Plötzliche Umstellung auf Fernunterricht in Nordrhein-Westfalen als "grundsätzlich gerechtfertigt" eingestuft

Die abrupten Maßnahmen zum Fernunterricht in Nordrhein-Westfalen wurden angesichts extremer Glatteisgefahr auf den Straßen als "grundsätzlich gerechtfertigt" bewertet. Doch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt, dass dringend Verbesserungen nötig sind, um das digitale Lernen für alle Schülerinnen und Schüler effektiv zu gestalten.

Die GEW räumte ein, dass die vorübergehende Schließung der Schulen angesichts der gefährlichen Verkehrsbedingungen eine nachvollziehbare Entscheidung war. Gleichzeitig betonte die Gewerkschaft, dass Fernunterricht nur dann gelingen kann, wenn eine zuverlässige technische Infrastruktur, verbindliche Bildungsstandards und eine angemessene Lehrerfortbildung gewährleistet sind.

Aktuell gibt es erhebliche Defizite: Viele Lehrkräfte klagen über mangelnde technische Unterstützung und zu wenig Vorbereitungszeit. Zudem fehlt zahlreichen Schülerinnen und Schülern der Zugang zu notwendigen Endgeräten oder einem stabilen Internetanschluss zu Hause. Diese Ungleichheiten gefährden besonders Kinder aus einkommensschwachen Familien, die dadurch weiter abgehängt zu werden drohen. Das Institut für Fernstudienforschung (IFF) der FernUniversität in Hagen wurde damit beauftragt, die Strategien für den Distanzunterricht zu optimieren. Zu den zentralen Forderungen zählen verbindliche Qualitätskriterien, klare pädagogische Leitlinien und realistische Lernziele. Die GEW fordert nachhaltige staatliche Förderung und Unterstützung, um sicherzustellen, dass alle Schülerinnen und Schüler – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern – über die nötige Ausstattung und schnelles Internet verfügen.

Ohne schnelles Handeln wird der Fernunterricht weiterhin auf massive Hindernisse stoßen. GEW und IFF drängen auf bessere Ressourcen, gerechtere Zugangsmöglichkeiten und stärkere politische Rahmenbedingungen, um zu verhindern, dass Schülerinnen und Schüler den Anschluss verlieren. Ob der digitale Unterricht gelingt, hängt nun davon ab, ob die Schulen in den kommenden Monaten die erforderlichen Mittel und strukturellen Veränderungen erhalten.