03 March 2026, 02:10

Flaschenpost nach neun Jahren: Eine Botschaft reist um die Welt

Eine Schwarz-Weiß-Gravur eines Bootes mit Menschen darauf, umgeben von Pflanzen und Hügeln, mit der Inschrift "Die Reise der Reisen der britischen Inseln" unten.

Flaschenpost nach neun Jahren: Eine Botschaft reist um die Welt

Eine Flaschenpost, die vor fast einem Jahrzehnt auf die Reise geschickt wurde, lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf eine alte seemännische Tradition. Die Praxis reicht Jahrhunderte zurück und verbindet Neugier, Wissenschaft und mitunter sogar Spionage. Ein aktuelles Beispiel stammt von einem deutschen Paar, das seine Nachricht 2015 in den Atlantik warf.

Die Idee, Botschaften in Flaschen zu versenden, ist so alt wie die Seefahrt selbst. Christoph Kolumbus dokumentierte 1493 den ersten bekannten Fall. Später übernahmen diese treibenden Briefe neue Rollen – teils gefährliche. Zur Zeit von Königin Elisabeth I. nutzten Spione sie, und wer eine fand, konnte dafür mit dem Leben bezahlen.

Im 19. Jahrhundert erkannten Wissenschaftler ihr Potenzial. Der französische Naturforscher Bernardin de Saint-Pierre setzte Flaschen ein, um den Golfstrom zu verfolgen. In Deutschland trieb Georg Ritter Balthasar von Neumayer die systematische Forschung voran und ließ zwischen 1864 und 1936 etwa 5.000 Flaschen zu Wasser. Die Deutsche Seewarte erweiterte diese Bemühungen und setzte im selben Zeitraum rund 90.000 Flaschen aus. Nur etwa 5,5 % wurden geborgen – oft von Fischern oder Küstenbewohnern, selbst in so fernen Regionen wie Australien.

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Am 23. Oktober 2015 fügten Jörg und Cornelia Wanke der langen Geschichte dieser Tradition ihre eigene Spur hinzu. Sie warfen ihre Flasche von der Star Flyer aus ins Meer, einem viermastigen Kreuzfahrtschiff auf der Route zwischen Madeira und Gran Canaria.

Die Flaschenpost hat im Laufe der Zeit vielfältige Zwecke erfüllt – von der frühen Erforschung bis hin zur wissenschaftlichen Datensammlung. Jede Nachricht trägt eine Geschichte in sich. Die Botschaft der Wankes, wie tausende vor ihr, treibt nun irgendwo im Ozean – oder ist vielleicht schon längst an Land gespült.