25 May 2026, 02:27

Florentina Holzingers Pfingstperformance sprengt Theatergrenzen in Wien

Florentina Holzingers 'Pentecost Spiel' mit Tauben des Friedens und Monster Trucks

Florentina Holzingers Pfingstperformance sprengt Theatergrenzen in Wien

Eine atemberaubende Pfingstperformance entfaltete sich diese Woche in Wien – eine Verschmelzung von Theater, extremer Körperlichkeit und Technologie. Florentina Holzingers neuestes Werk feierte im Wiener Eislaufverein Premiere, bevor es nach Schloss Prinzendorf umzog, jenem historischen Ort, an dem einst Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theater stattfand. Die Produktion verband religiöse Symbolik mit kühnen, provokanten Bildern – darunter ein Fallschirmspringer als Heiliger Geist und eine nackte Performerin, die an einer Hotelfassade hing.

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Die Aufführung begann mit einem Fallschirmspringer in Taubenhelm, der als Heiliger Geist vom Himmel schwebte – eine Geste, die Holzinger als „Flehen um Frieden“ beschrieb. Es folgte eine Frau, die nackt von der Fassade des Intercontinental Hotels abseilte, eine Szene, die an Trisha Browns ikonische Choreografien erinnerte. Danach wurde das Publikum nach Schloss Prinzendorf gebracht, wo die Inszenierung an Intensität gewann.

Dreizehn Frauen hingen im Innenhof, ihre Körper mit Haken in Schultern und Knien durchbohrt. Holzinger inszenierte zudem eine „Malaktion“ mit einer gekreuzigten Performerin und Drohnen – eine direkte Hommage an Nitschs radikales Erbe. Die Vorstellung gipfelte in einer parodistischen „Letzten Abendmahl“-Szene, dargeboten von Holzinger und ihrem rein weiblichen Ensemble, das Nitschs ritualhaften Stil persiflierte.

Das Spektakel integrierte schwere Maschinen – einen Panzer, einen Monstertruck, ein Motorrad – sowie extreme körperliche Leistungen. Der Höhepunkt zeigte Holzinger und ihre „Jüngerinnen“, die sanft in der Luft schwebten und für einen flüchtigen Moment der Stille im Chaos sorgten.

Der Schluss aktzentuierte zerbrechliche Schönheit, ein scharfer Kontrast zur vorherigen Wucht. Holzingers Verbindung von Technologie, religiöser Ikonografie und roher Körperlichkeit hinterließ beim Publikum einen bleibenden Eindruck.

Ihr Pfingststück sprengte Grenzen, indem es Nitschs provokatives Erbe mit modernem Spektakel verband. Der Einsatz von Drohnen, Fahrzeugen und extremer Physicalität markierte einen radikalen Bruch mit dem konventionellen Theater. Das finale Bild – eine friedvolle Luftkomposition – stand in krassem Gegensatz zum vorangegangenen Tumult und ließ die Zuschauer über die vielschichtigen Bedeutungen der Inszenierung nachsinnt.

Quelle