Ford streicht 1.000 Jobs in Köln – Elektroauto-Krise zwingt zum Sparen
Ignaz KreuselDer Bogeyman der Entlassungen verschwindet bei Ford - Ford streicht 1.000 Jobs in Köln – Elektroauto-Krise zwingt zum Sparen
Ford streicht fast 1.000 Produktionsstellen in deutschem Werk – Schichtbetrieb wird halbiert
Ford hat in diesem Jahr fast 1.000 Arbeitsplätze in seinem deutschen Werk abgebaut und die Schichten von zwei auf eine reduziert. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund schwacher Nachfrage nach Elektrofahrzeugen, die das Unternehmen zu Kostensenkungen zwingt. Die Kürzungen sind Teil einer umfassenderen Strategie, um nach enttäuschenden Absatzzahlen bei E-Autos wieder in die Gewinnzone zurückzukehren.
Die Stellenstreichungen begannen Anfang 2024, wobei Ford am Standort Köln insgesamt 2.900 Arbeitsplätze abbauen wollte. Statt betriebsbedingter Kündigungen setzte das Unternehmen auf freiwillige Abgänge – rund 2.100 Mitarbeiter entschieden sich für einen Austritt. Weitere 800 Stellen werden im Rahmen von Geschäftsverkäufen an Investoren übertragen.
Die Belegschaft am Kölner Standort ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich geschrumpft. 2019 arbeiteten dort noch etwa 18.000 Menschen, heute sind es nur noch rund 9.000. Ford reagiert damit auf branchenweite Herausforderungen: Selbst große Hersteller wie Volkswagen verzeichnen sinkende Gewinne und planen, bis 2030 bis zu 50.000 Stellen abzubauen.
Die Produktion von Elektrofahrzeugen in Deutschland stagniert seit Beginn von Fords Sparmaßnahmen im Jahr 2023. Zu den Hindernissen zählen strenge EU-Flottenvorgaben, harter Wettbewerb durch chinesische Hersteller und anhaltend schwache Nachfrage. Für die kommenden Jahre sind keine nennenswerten Produktionssteigerungen in Aussicht.
Mit den Stellenkürzungen will Ford seine Finanzen stabilisieren, nachdem die Verkäufe von Elektroautos hinter den Erwartungen zurückblieben. Durch ausreichend freiwillige Abgänge konnte das Unternehmen betriebsbedingte Entlassungen vermeiden. Mit einer nun deutlich schlankeren Belegschaft liegt der Fokus weiter auf Kosteneinsparungen und langfristiger Profitabilität.