31 December 2025, 15:21

Ford streicht Tausende Jobs in Europa – und setzt Kölns Elektroauto-Zukunft aufs Spiel

Ein Auto mit Textzitaten darunter.

Ford streicht Tausende Jobs in Europa – und setzt Kölns Elektroauto-Zukunft aufs Spiel

Ford kündigt tiefgreifende Umstrukturierungen in Europa an: Tausende Stellen fallen weg, und die Strategie wird grundlegend geändert. Das Unternehmen hat Pläne für eine zweite Generation elektrischer Fahrzeuge in den USA gestrichen – mit der Folge einer Abschreibung in Höhe von 19,5 Milliarden Dollar. Gleichzeitig stehen die Beschäftigten in Deutschland vor einer ungewissen Zukunft, da die Produktion gedrosselt wird und Kooperationen mit Renault für Verunsicherung sorgen.

Das Kölner Werk, einst das Herzstück von Fords europäischer Fertigung, läuft derzeit nur noch mit 26 Prozent Auslastung. Die Anlage, die für eine Jahresproduktion von 250.000 Elektroautos ausgelegt ist, arbeitet weit entfernt von der Profitabilität. Bis 2027 werden rund 3.700 Arbeitsplätze abgebaut, sodass nur noch 7.800 Beschäftigte übrig bleiben – ein drastischer Rückgang gegenüber den 50.000 Mitarbeitern in den 1980er-Jahren.

Mitte November rollte in Saarlouis der letzte Ford Focus vom Band. Da kein direktes Nachfolgemodell geplant ist, wird die Belegschaft dort von 4.600 auf nur noch 1.000 Mitarbeiter schrumpfen. Das Kölner Werk, das nun auf Elektrofahrzeuge spezialisiert ist, kämpft mit schwachen Absatzzahlen der Modelle Explorer und Capri und rechnet bis 2025 mit lediglich 65.000 verkauften Elektroautos. Fords europäische Pkw-Sparte verliert seit Jahren Marktanteile und liegt mittlerweile bei etwas über drei Prozent – hinter koreanischen Konkurrenten wie Hyundai und Kia. Das Unternehmen gibt zu, sich mit teuren Elektroautos im falschen Segment engagiert zu haben, während Käufer günstigere Alternativen wie den anstehenden VW ID.Polo nachfragen. Die Unternehmensführung plant nun die Einführung preiswerterer Pkw-Modelle, doch diese sollen in Kooperation mit Renault im französischen Werk Douai gefertigt werden – nicht in Köln. Diese Entscheidung stößt bei Gewerkschaften und Belegschaft auf Kritik, die dem Kölner Standort nach wie vor das Know-how und die Kapazitäten für die Entwicklung neuer Elektroautos zuschreiben.

Die Strategieänderung von CEO Jim Farley im Dezember folgte auf politische Kurswechsel in den USA, darunter die Streichung von Steuervergünstigungen für Elektroautos und die Rückkehr zur Förderung von Verbrennern.

Fords Umstrukturierung wird zu massiven Arbeitsplatzverlusten und einer verringerten Präsenz in Europa führen. Die Zukunft des Kölner Werks bleibt ungewiss, während Teile der Produktion zu Renault verlagert werden. Angesichts sinkender Absatzzahlen und schrumpfender Marktanteile wird sich in den kommenden Schritten zeigen, ob es dem Konzern gelingt, in der Region wieder Fuß zu fassen.