11 February 2026, 17:36

Frauen erobern Führungspositionen an NRW-Hochschulen – doch eine Lücke bleibt

Eine Europakarte, die den Geschlechtergleichstellungsindex für die Arbeit im Jahr 2017 anzeigt, mit verschiedenen Farben für unterschiedliche Gleichstellungsniveaus und begleitendem Text auf der linken Seite mit zusätzlichen Informationen.

Immer mehr Frauen führen Universitäten in NRW - Frauen erobern Führungspositionen an NRW-Hochschulen – doch eine Lücke bleibt

Frauen besetzen inzwischen fast 42 Prozent der Führungspositionen an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen (NRW) – ein deutlicher Anstieg gegenüber nur 18,9 Prozent vor einem Jahrzehnt. Trotz dieser Fortschritte sind Professorinnen in zentralen Fachbereichen jedoch weiterhin unterrepräsentiert.

Noch im Jahr 2013 stellten Frauen weniger als ein Fünftel der hochschulischen Führungskräfte in NRW. Bis 2023 hat sich dieser Anteil mehr als verdoppelt und liegt nun bei 41,7 Prozent – deutlich über dem Bundesschnitt von 35,1 Prozent. Aktuell werden 15 Hochschulen im Land von Rektorinnen oder Präsidentinnen geleitet.

Auch der Anteil der Professorinnen ist gestiegen: von 21,8 Prozent im Jahr 2013 auf heute 29,6 Prozent. Dennoch zeigen sich nach wie vor deutliche Unterschiede zwischen den Disziplinen. In den Geisteswissenschaften sind 46,3 Prozent der Professuren mit Frauen besetzt – der höchste Wert aller Fachbereiche. Im Ingenieurwesen, dem größten akademischen Sektor des Landes, liegt der Frauenanteil dagegen bei nur 17,7 Prozent. In den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ist die Situation etwas ausgeglichener: Hier halten Frauen 25,6 Prozent der Professuren.

Die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Ina Brandes betonte, wie wichtig es sei, die Expertise von Forscherinnen stärker anzuerkennen und zu nutzen. Ihre Beiträge seien entscheidend für die Weiterentwicklung der Hochschullandschaft in der Region, so Brandes.

Die Zahlen belegen eine stetige Verbesserung der Frauenrepräsentanz in Führungspositionen und Professuren an NRW-Hochschulen. Dennoch bleiben Lücken – insbesondere in technischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fächern. Das Land setzt sich weiterhin für mehr Gleichberechtigung in akademischen Leitungsfunktionen und in der Lehre ein.