01 February 2026, 23:18

Freispruch für Akif Pirincci: Gericht sieht keine Volksverhetzung in Blogbeitrag

Eine große Menschenmenge sitzt vor einer Bühne mit einem Podium, Mikrofon, Flaggen, einem Bildschirm und Beleuchtungsausrüstung und wartet auf eine Präsidentschaftsdiskussion.

Autor Pirincci wegen Aufstachelung zur Gewalt freigesprochen - Freispruch für Akif Pirincci: Gericht sieht keine Volksverhetzung in Blogbeitrag

Ein Bonner Gericht hat den Autor Akif Pirincci von dem Vorwurf der Volksverhetzung in Zusammenhang mit einem Blogbeitrag aus dem Jahr 2022 freigesprochen. Die Entscheidung folgt auf einen langwierigen Rechtsstreit, in dessen Verlauf seine ursprüngliche Haftstrafe in eine Bewährungsstrafe umgewandelt worden war. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden.

Pirincci erlangte erstmals 1989 Bekanntheit mit einem beliebten Roman über einen katzenhaften Detektiv. Doch sein späterer Wandel hin zur extrem rechten Politik und seine provokanten öffentlichen Äußerungen prägten sein Image grundlegend um.

Im Mittelpunkt des Verfahrens standen Äußerungen, die Pirincci 2022 in einem Beitrag auf seiner Website Der kleine Akif getätigt hatte. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, der Inhalt stelle eine Volksverhetzung dar, während das Gericht verschiedene Auslegungen des Textes prüfte. Letztlich kamen die Richter zu dem Schluss, dass zumindest eine Lesart der Aussage nicht die Schwelle zur Strafbarkeit erreiche.

Ursprünglich war Pirincci zu einer neunmonatigen Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Diese wurde später auf acht Monate zur Bewährung gemildert. Zuvor hatte bereits das Oberlandesgericht Köln ein früheres Urteil aufgehoben und die Sache zur erneuten Prüfung an das Landgericht Bonn zurückverwiesen.

Seine literarische Karriere begann mit unterhaltsamer Belletristik, doch ab 2014 vertrat Pirincci zunehmend rechtsextreme und nationalistische Positionen. Er wurde zu einem regelmäßigen Redner bei Pegida-Kundgebungen und veröffentlichte Bücher, in denen er migrationsfeindliche Ideologien propagierte. 2015 wurde einer seiner geprägten Begriffe – Schätzmigrogeneurs – zum Unwort des Jahres gekürt, da er als besonders spaltend galt. Bis 2024 hatte seine politische Haltung zu breiter Kritik und in einem anderen Verfahren zu einer Verurteilung zu einer unbedingten Freiheitsstrafe geführt.

Der Freispruch bedeutet, dass Pirincci vorerst keine weiteren Konsequenzen wegen des Blogbeitrags von 2022 drohen, auch wenn das Urteil noch nicht in Rechtskraft erwachsen ist. Seine juristischen Auseinandersetzungen spiegeln jedoch ein größeres Muster an Kontroversen wider, das mit seinem politischen Aktivismus verbunden ist. Der Fall wirft zudem die anhaltende Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit im deutschen Rechtssystem auf.