Geheime Atomtransport-Route durch Datenpanne öffentlich geworden
Schwerer Sicherheitsfehler legt geheime Route für umstrittenen Atomtransport in Deutschland offen
Ein gravierendes Versäumnis hat die geplante Strecke für einen umstrittenen Transport von Atomabfällen in Deutschland öffentlich gemacht. Details der eigentlich streng geheimen Lieferung waren kurzzeitig im Internet einsehbar, bevor sie wieder entfernt wurden. Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit auf und könnte Proteste entlang der Route auslösen.
Der Fehler ereignete sich auf der Digitalen Plattform für unbemannte Luftfahrt (dipul.de) des Bundesverkehrsministeriums. Am Mittwochabend wurde dort eine Drohnenflugverbotszone entlang von Autobahnen in Nordrhein-Westfalen ausgewiesen – von Jülich bis nach Ahaus. Die Sperrung war für den Zeitraum vom 20. bis 27. März 2026 vorgesehen und deckt sich mit dem geplanten Transport von Brennelementen aus einem 1988 stillgelegten Forschungsreaktor zu einem Zwischenlager.
Ursprünglich zeigte die Plattform die exakten Autobahnabschnitte an. Bis Donnerstag waren diese Angaben jedoch durch eine vage kreisförmige Sperrzone ersetzt worden. Solche Transportrouten gelten als geheim, da sie potenzielle Ziele für Terroranschläge oder Brennpunkte für Proteste darstellen.
Wie es zu dem Fehler kam, ist weiterhin unklar. Das Verkehrsministerium hat auf eine Anfrage des WDR zu dem Vorfall bisher nicht reagiert. Auch zu den konkreten Sicherheitsvorkehrungen für den Transport der Castor-Behälter gibt es keine offiziellen Bestätigungen.
Die versehentlich veröffentlichten Daten wurden zwar inzwischen gelöscht, doch der Vorfall offenbart gravierende Schwachstellen im Umgang mit sensiblen Logistikinformationen. Der Transport von Jülich nach Ahaus bleibt vorerst wie geplant terminiert – zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wurden jedoch nicht öffentlich bekannt gegeben. Die Behörden haben noch nicht erklärt, wie es zu dem Fehler kam und welche Schritte künftig ähnliche Datenlecks verhindern sollen.






