11 January 2026, 00:52

Gerhard Polts Eine schöne Leich beendet eine Ära an den Münchner Kammerspielen

Ein älterer Mann in einem schwarzen Pullover spielt Gitarre auf einer Bühne mit Lautsprechern und einem Vorhang, während viele Menschen auf Stühlen sitzen und ihm zuschauen.

"Ende einer Ära" - Letzte Vorstellung von Polt-Play - Gerhard Polts Eine schöne Leich beendet eine Ära an den Münchner Kammerspielen

Gerhard Polts neuestes Stück Eine schöne Leich hat nach 52 ausverkauften Vorstellungen an den Münchner Kammerspielen seine letzte Aufführung erlebt. Der Abschlussabend markierte einen zutiefst bewegenden Abschied für den 83-jährigen Bühnenautor – und wohl das Ende einer fast fünfzigjährigen Partnerschaft mit dem Haus. Das Publikum reagierte mit stehenden Ovationen und einem gemeinsamen Lied zwischen Ensemble und Zuschauern, das den Abend beschloss.

Polt verbindet mit den Kammerspielen seit 1975 eine enge Beziehung, die während einer Kabarettwoche im Werkraum begann. Sein großer Durchbruch gelang ihm drei Jahre später mit Kehraus, einer Produktion, die später auch verfilmt wurde. Seither prägen seine scharfzüngigen, oft melancholischen Werke die Identität des Theaters.

Eine schöne Leich setzte diese Tradition fort und warf einen zynischen, doch berührenden Blick auf Altern und Tod in der modernen Gesellschaft. Der letzte Abend war geprägt von Blumen, gerahmten Fotos und einer spürbaren Wehmut. Polt und seine langjährigen Weggefährten, die Brüder Well, umarmten sich auf der Bühne, während die Kammerspiele später auf Instagram Backstage-Aufnahmen mit den Worten teilten: Das Ende einer Ära. Trotz dieses Meilensteins betonte Intendantin Barbara Mundel, dass Polts Verbindung zum Theater bestehen bleibe. Künftige Projekte könnten andere Formen annehmen, etwa Lesungen – konkrete Pläne gibt es jedoch noch nicht.

Der Vorhang fiel für Eine schöne Leich unter donnerndem Applaus und einem gemeinsamen Abschiedslied. Zwar scheint Polts Zeit großer Produktionen an den Kammerspielen vorbei, doch sein Erbe bleibt untrennbar mit dem Haus verbunden. Das Theater kündigte an, dass er auch künftig in neuer, noch unbestimmter Weise eingebunden sein werde.