Gerresheimer unter Beschuss: Leerverkäufer attackieren Bilanztricks und Aktienkurs steigt überraschend
Ignaz KreuselGerresheimer unter Beschuss: Leerverkäufer attackieren Bilanztricks und Aktienkurs steigt überraschend
Gerresheimer-Aktie: Angriff durch Leerverkäufer
Vorspann Eine Analysefirma wirft dem Pharmaverpacker aggressive Bilanzierung vor und hält eine Short-Position. Die UBS kritisiert die Informationspolitik des Unternehmens, während sich die Aktie nach einem Verkaufsdruck leicht erholt.
Artikeltext Der deutsche Pharmaverpacker Gerresheimer sieht sich wegen des Vorwurfs manipulierter Bilanzierungsmethoden im Handelsregister mit Ermittlungen konfrontiert. Die Vorwürfe wurden von den deutschen Finanzaufsichtsbehörden erhoben, die dem Unternehmen aggressive Finanzmethoden im Unternehmensregister vorwerfen. Trotz der Anschuldigungen stieg der Aktienkurs am Mittwoch um über 3 % und schloss bei mehr als 25,90 Euro.
Im Mittelpunkt der Untersuchungen stehen die Bilanzierungsmethoden von Gerresheimer. Kritiker vermuten, dass das Unternehmen seine organischen Wachstumszahlen aufgebauscht haben könnte. Besonders lautstark äußert sich die Analysefirma Morpheus Research, die eine Leerverkäuferposition gegen Gerresheimer hält. Sie argumentiert, die Übernahme des italienischen Unternehmens Bormioli Pharma im Dezember 2024 sei überteuert gewesen – mit Verweis auf dessen Nettoverlust von 8 Millionen Euro im Jahr 2023 und stagnierende Umsätze seitdem.
Die Ermittlungen erhöhen den Druck auf Gerresheimer, während die Behörden die Finanzberichterstattung des Konzerns unter die Lupe nehmen. Mit Morpheus Research und der UBS, die beide Bedenken äußern, steht das Unternehmen nun vor verstärkter Prüfung seiner Bilanzierungs- und Übernahmestrategien. Das Ergebnis der Untersuchungen könnte in den kommenden Monaten das Vertrauen der Anleger beeinflussen.