02 February 2026, 08:49

Gewalt gegen Frauen: Wie Pilotprojekte an Bahnhöfen Leben retten

Zwei Frauen stehen nebeneinander vor einer blauen Tür, die mit Plakaten bedeckt ist, eine trägt ein blaues Hemd, schwarze Hosen und eine grüne Mütze, die andere hält ein Papier in der Hand.

Bundespolizistinnen beraten Gewaltopfer: Arzt oder Anzeige? - Gewalt gegen Frauen: Wie Pilotprojekte an Bahnhöfen Leben retten

Steigende Gewalt gegen Frauen in Deutschland: Pilotprojekte an Bahnhöfen bieten Unterstützung

Offizielle Zahlen zeigen 187.128 betroffene Frauen – ein Anstieg um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unterdessen haben Beratungsstellen an großen Bahnhöfen seit ihrer Eröffnung bereits über 200 Frauen unterstützt und bieten einen geschützten Raum für Frauen in akuten Krisensituationen.

Die Pilotprojekte am Kölner Hauptbahnhof und am Berliner Ostbahnhof bieten psychologische Beratung, medizinische Vermittlung und Hilfe bei der Unterbringung in Frauenhäusern. Die Standorte werden ausschließlich von Polizistinnen betreut, die in Traumabetreuung geschult sind, und vermeiden so die abschreckende Atmosphäre einer klassischen Polizeidienststelle. In einem Fall wurde ein 15-jähriges, schwangeres Mädchen von ihrem Freund geschlagen, nachdem sie sich weigerte, die Schwangerschaft abzubrechen.

Betroffene können an Krankenhäuser verwiesen werden, um medizinische Versorgung oder Beweissicherung zu erhalten. Mit Unterstützung der Polizei können Täter zudem vorübergehend aus gemeinsamen Wohnungen entfernt werden. Doch die Zukunft dieser Einrichtungen bleibt ungewiss: Sie könnten nach September 2027 schließen, und Pläne für eine Ausweitung auf weitere Bahnhöfe werden noch geprüft.

Der Anstieg der gemeldeten Fälle könnte sowohl auf eine Zunahme der Gewalt als auch darauf hindeuten, dass mehr Frauen Hilfe suchen. Die Beratungsstellen sollen das Melden von Vorfällen erleichtern, doch ihre langfristige Finanzierung und ihr Fortbestand sind noch nicht gesichert.

Bisher haben die Einrichtungen Hunderten von Frauen geholfen, darunter auch besonders schutzbedürftigen Fällen wie dem schwangeren Teenager. Ohne weitere Mittel könnten ihre Angebote jedoch 2027 enden. Bis dahin bleiben sie eine entscheidende Anlaufstelle für betroffene Frauen, die dringend Schutz und Unterstützung benötigen.