Gil Ofarim räumt Lügen ein: Wie 10.000 Euro den Antisemitismus-Skandal beendeten
Dragan ZimmerGil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim räumt Lügen ein: Wie 10.000 Euro den Antisemitismus-Skandal beendeten
Im Oktober 2021 warf der Musiker Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels Antisemitismus vor. Er behauptete, der Angestellte habe ihn aufgefordert, seine Davidstern-Halskette abzulegen. Der Fall sorgte für großes Aufsehen, nahm dann jedoch Ende 2023 eine dramatische Wende, als Ofarim vor Gericht einräumte, seine Schilderung sei falsch gewesen. Der Rechtsstreit endete ohne Urteil, nachdem er 10.000 Euro als Entschädigung gezahlt hatte.
Der Vorfall begann, als Ofarim ein Video in den sozialen Medien veröffentlichte, in dem er einem Hotelmitarbeiter vorwarf, diskriminierende Bemerkungen über seine Kette gemacht zu haben. Er bestand darauf, die Aufnahme sei manipuliert worden – es fehlten entscheidende Sekunden –, und die ursprüngliche Version belege seine Vorwürfe. Doch die Überwachungskameras des Hotels zeigten, dass er zum fraglichen Zeitpunkt gar keine Kette trug.
Später behauptete Ofarim, es gebe einen Zeugen, der den Schmuck gesehen habe. Doch mit jeder neuen Ungereimtheit wuchsen die Zweifel. Im November 2023 gestand er vor Gericht, Teile der Geschichte erfunden zu haben. Dennoch ließ er durchblicken, die Hotelaufnahmen könnten verfälscht worden sein.
Das Verfahren wurde schließlich eingestellt, nachdem Ofarim sich bereit erklärte, 10.000 Euro zu zahlen – aufgeteilt zwischen der Jüdischen Gemeinde Leipzig und dem Verein Haus der Wannsee-Konferenz. Die Jüdische Gemeinde beschloss nach internen Diskussionen, ihren Anteil für interreligiöse Projekte zu verwenden, obwohl sie die Gelder aufgrund der Umstände als belastet ansah. Ofarim berief sich später auf eine Vertraulichkeitsvereinbarung, doch sein eigener Anwalt stellte klar, dass es sich um eine gegenseitige Verpflichtung handelte.
Erst kürzlich brach er sein Schweigen während eines Lagerfeuer-Gesprächs bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! und kehrte damit zu der Kontroverse zurück, die jahrelang die Schlagzeilen dominiert hatte.
Die juristische Auseinandersetzung endete ohne formelles Urteil und hinterließ offene Fragen zu den Ereignissen in Leipzig. Ofarims Geständnis und die Entschädigungszahlung setzten zwar einen Schlussstrich unter den Fall, doch die Auswirkungen des Vorfalls wirken nach. Die Verwendung der Mittel für interreligiöse Arbeit zeigt den Versuch, den Fokus auf Dialog statt auf Spaltung zu lenken.