08 June 2026, 12:29

GLS Bank in der Kritik: Kontosperren für DKP und Rote Hilfe lösen Proteste aus

Selbstkritik im Aufsichtsrat der Genossenschaft

GLS Bank in der Kritik: Kontosperren für DKP und Rote Hilfe lösen Proteste aus

Die GLS Bank steht nach der Schließung von Konten der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Gefangenenhilfsorganisation Rote Hilfe massiv in der Kritik. Die Entscheidungen lösten landesweite Proteste aus und führten zu Forderungen, die Kontosperren rückgängig zu machen. Die Bankführung verteidigt die Schritte hingegen mit rechtlichen Verpflichtungen – politische Motive wies sie zurück.

Auslöser der Kontroverse war die Kündigung der Konten von DKP und Rote Hilfe durch die GLS Bank. Kurz darauf formierte sich Widerstand: Die Initiative „Stop Debanking“ warnte vor einem „dramatischen Vertrauensverlust“, sollten die Entscheidungen bestehen bleiben. Rote Hilfe erwirkte zwischenzeitlich eine einstweilige Verfügung gegen die Sparkasse Göttingen, die ihre Konten offenhalten muss. Die GLS Bank lenkte nach weiteren Gesprächen ein und stellte die Konten von Rote Hilfe wieder her.

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Die DKP hingegen kündigte an, sich vollständig von der GLS Bank zu trennen. Bundesgeschäftsführer Klaus Leger warf der Bank „vorauseilenden Gehorsam“ vor und unterstellte, sie stelle ihr US-Geschäft über ethische Bankgrundsätze. Die Partei verlegte ihre Konten daraufhin zu den öffentlichen Sparkassen in Deutschland.

Auf der Mitgliederversammlung in Bochum wurde der Vorstand der GLS Bank mit großer Mehrheit bestätigt: 676 der 720 anwesenden Mitglieder sprachen ihm das Vertrauen aus. Die Bank bestritt politische Voreingenommenheit und verwies auf strenge regulatorische Auflagen, darunter die Meldepflicht bei verdächtigen Transaktionen. Aysel Osmanoğlu, bisher Sprecherin des Vorstands, übt diese Funktion nicht mehr aus.

Der Streit verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen Finanzregulierung und ethischem Bankwesen. Während Rote Hilfe bei der GLS Bank bleiben darf, hat die DKP die Bank bereits verlassen. Die Führung genießt zwar weiterhin breite Rückendeckung, doch der Vorfall wirft weiterhin Fragen zur Transparenz und zum Einfluss externer Zwänge auf.

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