30 March 2026, 12:31

Haushaltsstreit in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Einigung für 2026

Eine Gruppe von Menschen geht eine Straße entlang und hält ein Banner in der Hand, auf dem "Klimakrise ist eine Krise" steht, mit Bäumen, Laternenpfählen, Fahrzeugen, Gebäuden und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Haushaltsstreit in Siegen-Wittgenstein: Kreistag scheitert an Einigung für 2026

Kreistag von Siegen-Wittgenstein scheitert an Haushaltsverabschiedung für 2026

Nach einer langen Debatte am Freitag konnte der Kreistag von Siegen-Wittgenstein keinen Haushalt für das Jahr 2026 beschließen. Die sechsstündige Sitzung endete ohne Einigung und stürzte den Kreis in eine finanzielle Unsicherheit. Ohne neuen Haushalt droht nun eine Finanzkrise, noch bevor die nächste Ratssitzung im Juni stattfindet.

Der Hauptstreitpunkt war ein Vorschlag der CDU, Stellenbesetzungen für vakante Positionen – mit Ausnahme des Rettungsdienstes – einzufrieren. Die Partei argumentierte, dies würde Kosten sparen, zog den Plan jedoch später zurück. Rechtliche Bedenken kamen auf, ob der Kreistag überhaupt die Befugnis habe, ein solches Einstellungsstopp zu verhängen, was letztlich zur Ablehnung führte.

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Landrat Andreas Müller (SPD) warnte, dass 108 Arbeitsplätze betroffen wären, falls der Stopp umgesetzt würde. Da keine Personalplanung beschlossen wurde, blockierte dies den gesamten Haushaltsprozess, da keine endgültigen Zahlen festgesetzt werden konnten.

Da die Überziehungsmöglichkeiten des Kreises nahezu erschöpft sind, werden die Mittel zunehmend knapp. Der Kämmerer wird nun mit Banken verhandeln und beim Regierungsbezirk Arnsberg Notfallhilfen beantragen, um die Finanzlücke zu schließen. Bis eine Lösung gefunden ist, wird der Kreis unter "vorläufiger Haushaltsführung" arbeiten – bestehende Verträge werden bedient, neue Projekte können jedoch nicht finanziert werden.

Falls bis Juni kein Haushalt verabschiedet wird, kann die Bezirksregierung eingreifen und einen Haushalt vorgeben. Dies würde die lokale Kontrolle über Ausgabenentscheidungen einschränken, darunter auch geplante Vorhaben wie die neuen Wanderrouten entlang des Rothaarsteigs.

Der Kreis muss nun kurzfristige Finanzmittel beschaffen, um einen finanziellen Kollaps vor der nächsten Sitzung zu vermeiden. Wird bis dahin kein Haushalt beschlossen, entscheidet eine externe Instanz über die Mittelverwendung. Die Verzögerung hat bereits geplante Projekte und Personalentscheidungen auf Eis gelegt.

Quelle