"Hier arbeitet ein Mensch!": Wie Zugbegleiterin Mandy Brune gegen Gewalt bei der Bahn kämpft
Ignaz Kreusel"Hier arbeitet ein Mensch!": Wie Zugbegleiterin Mandy Brune gegen Gewalt bei der Bahn kämpft
Zugbegleiterin Mandy Brune spricht über wachsende Bedrohungen und Angriffe am Arbeitsplatz bei der Deutschen Bahn
Die Zugbegleiterin Mandy Brune hat sich zu den zunehmenden Bedrohungen und Beleidigungen geäußert, denen sie in ihrem Berufsalltag bei der Deutschen Bahn ausgesetzt ist. Sie engagiert sich nun in einer Kampagne, die auf die täglichen Gefahren aufmerksam machen soll, denen Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter bei der Bahn begegnen. Ihre Forderungen nach mehr Sicherheit kommen zu einer Zeit, in der die Angriffe auf Bahnmitarbeiter besorgniserregende Ausmaße erreichen.
Brune erlebt regelmäßig verbale Attacken, gewalttätige Drohungen und erlebt, dass Fahrgäste in kritischen Situationen nicht eingreifen – im Gegenteil: Manche filmen die Vorfälle sogar, statt zu helfen. Dies empfindet sie als zutiefst verstörend. Dennoch bleibt sie ihrer Arbeit mit Leidenschaft verbunden.
Die Kampagne Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch! zielt darauf ab, Reisende über die Herausforderungen von Zugbegleitern und anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei der Bahn zu informieren. Brune stellt bereits kleine Fortschritte fest: Einige Fahrgäste stellen sich mittlerweile auf ihre Seite, wenn es zu Bedrohungen kommt.
Forderungen nach mehr Schutz für Bahnmitarbeiter
Neithard von Böhlen, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Nordrhein-Westfalen, setzt sich für strengere Schutzmaßnahmen ein. Zu seinen Forderungen gehören unter anderem Doppelte Besetzungen auf Zügen, Körperkameras für Mitarbeiter sowie eine spezielle Staatsanwaltschaft für Straftaten gegen Zugbegleiter bei der Bahn. Allein 2023 wurden der Polizei in Deutschland 1.708 Angriffe auf Bahnmitarbeiter gemeldet.
Brunes Erlebnisse spiegeln ein größeres Problem wider: die mangelnde Arbeitssicherheit für Zugbegleiter bei der Bahn. Die Kampagne und die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen Gewalt reduzieren und die Unterstützung für das Personal bei der Bahn verbessern. Behörden und Gewerkschaften drängen weiterhin auf konkrete Veränderungen, um Bahnmitarbeiter besser zu schützen.






