Hunderte protestieren gegen NATO-Atomwaffenübungen in Nörvenich
Rund 150 Menschen versammelten sich heute in der Nähe des Luftwaffenstützpunkts Nörvenich bei Düren. Die Demonstration richtete sich gegen die Beteiligung Deutschlands an NATO-Atomwaffenübungen, die nach Ansicht der Protestierenden gegen internationales Recht verstoßen. Unter Rufen von „Nein zu Atomwaffen!“ forderten die Aktivistinnen und Aktivisten die Entfernung aller solchen Waffen von deutschem Boden.
Die Kundgebung wurde von über 30 Friedensgruppen organisiert. Im Mittelpunkt stand die bevorstehende NATO-Übung, die nächste Woche beginnen soll und an der auch Kampfflugzeuge aus Nörvenich teilnehmen werden. Erwartet wird, dass die auf dem Stützpunkt stationierten Tornado- und Eurofighter-Jets in den Manövern eingesetzt werden – Übungen, die nach Ansicht der Demonstranten einen Atomkrieg simulieren.
Eine Sprecherin des Protestmarsches betonte, dass die deutsche Nukleare Teilhabe beendet werden müsse. Sie forderte den vollständigen Abzug der in Deutschland gelagerten Atomwaffen. Gleichzeitig würdigten einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer jüngste diplomatische Bemühungen und lobten den aktuellen Friedensplan zwischen Israel und den Palästinensern.
Die Demonstration findet vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen um die nukleare Haltung der NATO statt. Friedensaktivisten lehnen seit Langem die Präsenz US-amerikanischer Atomwaffen in Deutschland ab, die zwar unter US-Kontrolle stehen, im Konfliktfall aber von deutschen Streitkräften eingesetzt werden könnten.
Die Kundgebung in Nörvenich ist die jüngste in einer Reihe von Anti-Atom-Protesten in ganz Deutschland. Angesichts der bevorstehenden NATO-Übung haben die Organisatoren angekündigt, die Regierung weiter unter Druck zu setzen. Ihre Forderung bleibt klar: der Abzug aller Atomwaffen und ein Ende der deutschen Rolle bei der nuklearen Abschreckung.
