Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim stirbt - Ikon der Schwulenbewegung - Rosa von Praunheim stirbt
Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim stirbt mit 83 Jahren
Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim stirbt mit 83 Jahren
Ikone der Schwulenbewegung – Rosa von Praunheim stirbt mit 83 Jahren
- Dezember 2025, 15:32 Uhr
Rosa von Praunheim, Pionier der Schwulenbewegung und mutiger Filmemacher, ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Er starb am Dienstagabend in Berlin plötzlich, aber friedlich – nur wenige Tage nach seiner Hochzeit mit seinem langjährigen Partner Oliver Sechting.
Sein Schaffen umfasste Filme, Theaterstücke, Bücher und Gemälde und hinterlässt ein bleibendes Erbe in der queeren Kultur. Noch kürzlich zeigte die Ausstellung „Nackte Männer – Nackte Tiere“ seinen provokanten und kompromisslosen Stil.
Bekanntheit erlangte von Praunheim 1971 mit „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ – ein Film, der gesellschaftliche Normen herausforderte. Spätere Werke wie „Das Bett“ setzten diese Grenzgänge im queeren Kino fort.
1991 sorgte er für Schlagzeilen, als er den Talkmaster Alfred Biolek und den Komiker Hape Kerkeling live im Fernsehen outete. Die Aktion löste Kontroversen aus, festigte aber seinen Ruf als furchtlose Stimme für LGBTQ+-Sichtbarkeit.
Während der AIDS-Krise wurde er zu einem frühen Fürsprecher für Safer Sex und nutzte seine Plattform, um Aufklärung zu betreiben und unzählige Leben zu schützen. Sein Engagement ging weit über das Kino hinaus und prägte jahrzehntelang die Debatten über Sexualität und Gesundheit.
Mit seinem durchdringenden Blick und seiner unerbittlichen Fragestellung hinterließ von Praunheim bei den Menschen einen starken Eindruck. Einmal scherzte er über das Jenseits – voller „nackter Männer und nackter Tiere“ –, was seinen spielerischen, aber trotzig unangepassten Geist widerspiegelte.
Obwohl er seinen Tod für Oktober 2023 vorhergesagt hatte, lebte er noch zwei Jahre länger und starb im Dezember 2025. Seine letzten Tage waren geprägt von einer stillen Trauung mit Sechting, einer Beziehung, die jahrelang bestand, aber weitgehend privat blieb.
Von Praunheims Tod hinterlässt ein Vermächtnis aus furchtloser Kreativität und Aktivismus. Seine Filme, Schriften und öffentlichen Interventionen veränderten die queere Repräsentation und inspirierten Generationen.
Sein plötzlicher Tod markiert das Ende eines Lebens, das von Mut, Humor und einem unerschütterlichen Streben nach Wahrheit geprägt war. Sein Einfluss auf Kunst, Kultur und LGBTQ+-Rechte wird weiterwirken.