Ist das Kunst oder...?
Im öffentlichen Rundfunksender 3Sat ist eine neue Dokumentation über den umstrittenen Maler Leon Löwentraut ausgestrahlt worden. Unter dem Titel „Leon Löwentraut – Genie oder Einbildung?“ beleuchtet der Film seinen Aufstieg abseits der etablierten Kunstwelt. Regie führte Philipp Lutz, der einen intimen Einblick in das Leben des Künstlers und seiner Familie gewährt.
Die von der ARD produzierte Dokumentation, an der auch der MDR mitwirkte, begleitet Löwentraut, der von renommierten Galerien und Kritikern wiederholt zurückgewiesen wurde. Dennoch hat er sich auf seine eigene Weise eine erfolgreiche Karriere aufgebaut.
Offen kritisiert Löwentraut die Kunstwelt als starr und konservativ. Der Film zeichnet ihn als polarisierende Figur, die sich bewusst in die Rolle des unverstandenen Genies begibt. Sein selbstinszeniertes Image bedient dabei vertraute Klischees vom rebellischen Künstler. Über Löwentrauts persönliche Geschichte hinaus zeigt die Dokumentation eine wachsende Zuschauerschaft: Viele Kunstinteressierte, frustriert von den undurchsichtigen Mechanismen des Kunstbetriebs, fühlen sich von seinen Werken angesprochen. Der Film deutet an, dass es einen Markt für diejenigen gibt, die sich von den traditionellen Torhütern der Kunstszene abwenden oder sie ignorieren.
Gelobt wird die Dokumentation für ihren differenzierten Ansatz. Sie setzt Löwentrauts selbstbewusste Selbstdarstellung in Beziehung zu seinem familiären Umfeld und seinen Unterstützern. Die Veröffentlichung des Films bestätigt, dass sein unkonventioneller Weg weiterhin Diskussionen – innerhalb und außerhalb der Kunstwelt – anheizt.