17 April 2026, 10:33

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – eine provokante Namensänderung mit Hintergrund

Schwarz-weißes Bild einer alten Visitenkarte für "Jackson & Damper Senfhersteller", die sich an No. 2, Primrose Street, Bishopgate, London befindet.

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – eine provokante Namensänderung mit Hintergrund

Der Komiker Joe Lycett hat in einem kühnen Schritt seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen. Die Entscheidung folgt auf anhaltende Rechtsstreitigkeiten zwischen dem Modekonzern und kleinen Unternehmen um die Verwendung des Wortes "Boss". Lycetts Namensänderung scheint eine direkte Reaktion auf die aggressive Durchsetzung der Markenrechte durch das Unternehmen zu sein.

Das 1924 gegründete Modeunternehmen steht seit Langem in der Kritik, weil es unabhängige Händler und gemeinnützige Organisationen juristisch unter Druck setzt. Zu den jüngsten Fällen gehören eine Brauerei in Swansea und eine Frauenförderungsorganisation, die beide in kostspielige Rechtskämpfe gedrängt wurden.

Der globale Modegigant Hugo Boss hat eine lange Geschichte der Verteidigung seiner Marke. Mit einem Jahresumsatz von über 2,3 Milliarden Pfund und mehr als 14.000 Mitarbeitern hat das Unternehmen wiederholt Abmahnungen an kleinere Betriebe verschickt, die den Begriff "Boss" nutzen. Einer der Betroffenen war Boss Brewing, eine kleine Brauerei aus Swansea, die 10.000 Pfund an Anwaltskosten aufbringen musste, um ihren Namen zu verteidigen.

Ein weiteres Ziel war DarkGirlBoss, eine Organisation, die sich für die Stärkung von Frauen einsetzt. Als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen, erhielt sie eine juristische Warnung – was bei ihren Unterstützern auf Empörung stieß.

Die Geschichte des Unternehmens wirft zusätzliche Fragen auf: Während des Zweiten Weltkriegs produzierte Hugo Boss SS-Uniformen für die Nazis unter Einsatz von Zwangsarbeit. Der Firmengründer war bekanntes Mitglied der NSDAP und Unterstützer Adolf Hitlers. 2011 entschuldigte sich das Unternehmen für das "Leid und die Entbehrungen", die durch seine Kriegsproduktion verursacht wurden.

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Lycetts Namenswechsel fällt mit der Ankündigung zusammen, in seiner Show Got Your Back ein neues Produkt unter dem Namen Hugo Boss auf den Markt zu bringen. Der Komiker betonte dabei, dass er – anders als der Modekonzern – keine Nazi-Uniformen hergestellt habe. Seine Aktion lenkt die Aufmerksamkeit auf die anhaltenden Rechtsstreitigkeiten, mit denen sich kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen konfrontiert sehen.

Der Fall zeigt die Spannungen zwischen der Durchsetzung von Markenrechten durch Großkonzerne und den Folgen für kleinere Akteure. Während Hugo Boss weiterhin seine Marke verteidigt, werfen Kritiker dem Unternehmen vor, unabhängige Händler unverhältnismäßig hart zu treffen. Der Konflikt bleibt ungelöst – und Lycetts provokante Geste rückt die umstrittenen Praktiken des Konzerns noch stärker in den Fokus.

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