04 February 2026, 13:25

Karneval ohne Pferde: Warum Jacques Tilly die Tradition ablehnt

Ein Gemälde eines Karnevalsumzugs mit Menschen in bunten Kostümen, die vor einem geschmückten Schwimmwagen auf Pferden reiten, vor einem klaren blauen Himmel mit Bäumen im Hintergrund.

Schwimmwagenbauer Jacques Tilly gegen Pferde in Karnevalsumzügen - Karneval ohne Pferde: Warum Jacques Tilly die Tradition ablehnt

Pferde in Karnevalsumzügen sorgen für neue Kontroversen

Der Einsatz von Ehorses in Karnevalsumzügen hat in dieser Saison eine erneute Debatte ausgelöst. Der renommierte Wagenbauer Jacques Tilly, bekannt für seine satirischen Kreationen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug, hat sich nun gegen diese Tradition ausgesprochen. Seiner Meinung nach sei der Einsatz von Ehorses bei solchen Veranstaltungen überholt und schädlich für die Tiere.

Gleichzeitig sieht sich Tilly in Russland mit rechtlichen Problemen konfrontiert – und zwar wegen unabhängiger Vorwürfe der Verleumdung staatlicher Institutionen.

Tilly, eine prägende Figur der deutschen Karnevalsszene, positionierte sich kürzlich klar gegen Ehorses in Umzügen: "Ich lehne den Einsatz vonEhorsesin diesen Prozessionen ab. Das ist nicht mehr zeitgemäß", erklärte er. Seine Aussagen decken sich mit den Bedenken der Tierrechtsorganisation PETA, die die Praxis als tierquälerisch und gefährlich bezeichnet.

PETA fordert Kommunalpolitiker auf, Ehorses aus Umzügen zu verbieten, und verweist auf häufige Vorfälle, bei denen die Tiere unter Stress leiden oder verletzt werden. Zudem warnt die Organisation vor Risiken für die öffentliche Sicherheit. In Bonn wurden Pferde bereits aus ähnlichen Gründen aus den Umzügen genommen, doch bisher hat keine deutsche Stadt ein generelles Verbot verhängt. Gronau etwa verlangt zwar eine schriftliche Genehmigung für ihren Einsatz, untersagt sie aber nicht vollständig.

Tillys Haltung wird von PETA unterstützt, die darin eine Frage des Tierschutzes und moderner Ethik sieht. Seine Kritik an russischen Behörden hat jedoch rechtliche Konsequenzen nach sich gezogen. Russisches Recht sieht bei Verleumdung staatlicher Institutionen – darunter Militär und Präsident Putin – Geldstrafen oder Haft bis zu zehn Jahren vor.

Die Diskussion um Ehorses in Karnevalsumzügen dauert an, wobei Tilly und PETA auf Veränderungen drängen. Während einige Städte ihre Richtlinien bereits angepasst haben, gibt es bundesweit noch keine einheitlichen Beschränkungen. Tillys rechtliche Situation in Russland bleibt derweil ungeklärt und verschärft die Kontroverse zusätzlich.