Kathrin Marchand schreibt bei den Winter-Paralympics Sportgeschichte
Gordon AdlerKathrin Marchand schreibt bei den Winter-Paralympics Sportgeschichte
Kathrin Marchand, die 35-jährige Sportlerin aus Köln, wird bei den Winter-Paralympics Geschichte schreiben. Sie wird die erste Athletin sein, die sowohl an Olympischen als auch an Paralympischen Spielen teilnimmt – und das sowohl bei Sommer- als auch bei Winterwettbewerben. Ihr Weg dorthin ist eine beeindruckende Geschichte der Rückkehr nach einem Schlaganfall im Jahr 2021, der ihr bleibende körperliche Einschränkungen hinterließ.
Marchand startete ihre Karriere als Ruderin und nahm 2012 sowie 2016 an den Olympischen Spielen teil. Doch nach dem Schlaganfall vor drei Jahren stand sie vor einem langen Weg zurück in den Spitzensport. Die Folgen: Ihr Sehvermögen reduzierte sich in beiden Augen um ein Drittel, ihre linke Körperhälfte wurde geschwächt, und Multitasking sowie die Anpassung an neue Umgebungen fielen ihr plötzlich schwer.
Unbeirrt kehrte sie zunächst zum Rudern zurück, wechselte dann aber 2024 zum Para-Langlauf. Nach nur 14 Monaten intensivem Training – in denen sie sogar ihren Vollzeitjob als Ärztin aufgab – qualifizierte sie sich für die Winter-Paralympics. Ihre harten Bemühungen zahlten sich aus: Bei Weltcup-Rennen in Finsterau und Jakuszyce erreichte sie in der klassischen Technik einen fünften, vierten und schließlich zweiten Platz.
Ihr paralympisches Programm beginnt am Dienstag mit dem klassischen Sprint, gefolgt vom 10-Kilometer-Rennen in klassischer Technik am Mittwoch. Zwar spielt sie ihre Medaillenchancen herunter, doch ihr Ziel ist es, Spuren in der Sportgeschichte zu hinterlassen. Auffällig wird Marchand auch durch ihre Wettkampfkleidung sein: Sie tritt in knielangen Hosen und einem kurzärmeligen Shirt an – eine Premiere für eine Athletin, die sowohl bei Olympischen als auch bei Paralympischen Spielen an den Start geht.
Obwohl Biathlon derzeit nicht auf ihrem Plan steht, schließt sie diese Disziplin für die Zukunft nicht aus.
Marchands Debüt bei den Winter-Paralympics ist eine seltene sportliche Leistung. Ihr schneller Wechsel vom Rudern zum Skilanglauf – trotz anhaltender körperlicher Herausforderungen – unterstreicht ihren unerschütterlichen Willen. Die Rennen in dieser Woche werden zeigen, wie weit sie nach etwas mehr als einem Jahr gezielten Trainings auf der Weltbühne gekommen ist.






