16 March 2026, 16:36

Kirchenaustritte in NRW sinken – doch der Mitgliederschwund geht weiter

Ein altes Dokument mit einer Zeichnung der St. Erasmus Kirche umgeben von Bäumen und Himmel, unterzeichnet von der deutschen Regierung.

Kirchenaustritte in NRW legen leicht zurück - Kirchenaustritte in NRW sinken – doch der Mitgliederschwund geht weiter

Weniger Austritte aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen 2025 – doch der Mitgliederschwund hält an

Im Jahr 2025 haben in Nordrhein-Westfalen weniger Menschen die katholische Kirche verlassen als in den Vorjahren. Das Erzbistum Köln meldete einen leichten Rückgang der Austritte, während gleichzeitig mehr Erwachsene getauft wurden und die Besucherzahlen bei Gottesdiensten stiegen. Dennoch sank die Gesamtzahl der Katholiken in der Region weiter.

2025 traten 84.440 Menschen aus der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen aus – nach 86.946 im Jahr 2024. Insgesamt verließen 152.783 Gläubige sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche, was unter dem Wert des Vorjahres liegt. Dennoch überstiegen Sterbefälle und Austritte weiterhin die Zahl der Neuaufnahmen und Taufen.

Die Zahl der Katholiken in der Region schrumpfte von 5,8 auf 5,6 Millionen. In den vergangenen zehn Jahren hatten die Austritte stark zugenommen, insbesondere zwischen 2021 und 2023, bedingt durch Missbrauchsskandale und eine durch die Pandemie verstärkte Entfremdung. Kirchenvertreter führen den Trend auf Säkularisierung, Vertrauensverlust und wandelnde gesellschaftliche Werte zurück. Externe Experten verweisen zudem auf generationelle Unterschiede und die nachlassende Bedeutung organisierter Religion.

Leichte Hoffnungsschimmer – doch das Misstrauen bleibt

Generalvikar Guido Assmann verwies auf positive Signale wie gestiegene Gottesdienstbesucherzahlen und mehr Erwachsentaufen. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller bezeichnete diese Entwicklungen jedoch als "kosmetische Korrekturen" und warnte, dass das tiefe Misstrauen gegenüber der Kirche bestehen bleibe.

Der Rückgang der Austritte könnte ein kleines Zeichen für eine Stabilisierung der katholischen Kirche in Nordrhein-Westfalen sein. Doch angesichts weiter sinkender Mitgliederzahlen und skeptischer Experten bleiben die langfristigen Herausforderungen bestehen. Die Kirche steht weiterhin vor der Frage, wie sie in einer zunehmend säkularisierten Gesellschaft relevant bleiben kann.

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